Terminator I und II zählen zu den besten Filmen aller Zeiten, vor allem „Tag der Abrechnung“. Es sind brillante Sci-Fi-Action-Horrorfilme (Ja, beide), und waren wegweisend in Sachen Special Effects, Schauspielkarrieren, und cinematischem Storytelling.

The Apocalyptic Dream

Die erste Idee zu „The Terminator“ kam James Cameron während der Dreharbeiten zu „Piranha II“. In einem Fiebertraum begegnete ihm ein skellettartiger Killerroboter aus der Zukunft. Dieser Alptraum ließ Cameron nicht mehr los, und er baute ihn in eine Geschichte ein, die schlussendlich „The Terminator“ werden sollte. Ursprünglich sollte O.J. Simpson die Titelrolle spielen. Der war dem Studio aber zu wenig bedrohlich. Daraufhin ging die Rolle an den ehemaligen steirischen Bodybuilder Arnold Schwarzenegger, der sich seit einigen Jahren als Schauspieler in Hollywood versucht hatte.

Das Budget war begrenzt, sodass einiges auf den Straßen von LA im Guerilla-Style gedreht werden musste. Um den Rauch auf der Lederjacke des Terminators zu erzeugen, wurde Schwarzenegger sogar mit echter Säure überschüttet. Das Resultat ist ein Actionklassiker.

Und er kam wieder…

Der Film wurde ein Box-Office-Hit, und die Karrieren aller Beteiligten gingen ordentlich los. Sieben Jahr später machte Cameron eine Fortsetzung. Und verbesserte jeden Aspekt des Vorgängers. Mit 100 Millionen Dollar Budget war er einer der teuersten Filme aller Zeiten (zu diesem Zeitpunkt), und das Geld wurde nicht verschwendet. Die Setpieces, die Special Effects, die Ausstattung und das Equipment, alles wurde verbessert. Auch die Handlung bot wesentlich mehr als „wir müssen vor einem unaufhaltsamen Killerroboter fliehen.“ Diesmal ging es zusätzlich darum, den Tag der Abrechnung aufzuhalten. Und so nebenbei lernt eine Killermaschine, was es bedeutet, ein Mensch zu sein. „Terminator II“ wurde zu dem Actionfilm der 90er, und ist großartig gealtert.

…und wieder

In den 90ern folgte eine alternative Fortsetzung in Form des „Kurzfilmes“ T2 3D: Battle Across Time. Cameron verkaufte die Rechte an Terminator an seine Ex-Frau Gale Ann Hurd, die auch die ersten beiden Filme produziert hatte. Darum war er bei den nachfolgenden Filmen nicht mehr mit dabei. Das Studio wollte seit Jahren aufgrund des Erfolges von T2 eine weitere Fortsetzung machen, doch Schwarzenegger wollte nicht ohne Cameron. Bis ihn der Regisseur schließlich überreden konnte mit der Begründung, ein ordentliches Gehalt dafür zu verlangen. Schwarzenegger kassierte tatsächlich an die 30 Millionen Dollar für den Film, eine Rekordsumme damals, anno 2003.

Als Regisseur wurde Jonathan Mostow verpflichtet, das Studio selbst aber wollte auf Nummer sicher gehen: Terminator III sollte genauso sein und ablaufen wie T2. Statt des tödlichen T-1000 macht nun die weibliche T-X (Kristanna Loken) Jagd auf John Connor (Nick Stahl) und seine zukünftige Frau Kate Brewster (Claire Danes, die nur wenige Tage vor Drehstart gecastet worden war).

Der Tag der Abrechnung wurde nicht aufgehalten, sondern lediglich um 7, 8 Jahre verschoben. Dadurch ist der „gute“ Terminator auch nicht mehr der T-800, sondern der T-850. Bis auf das Ende, bei dem die Maschinen nun tatsächlich die Macht übernehmen, und die Menschheit beinahe ausgelöscht wird, hat der Film nicht so viel zu bieten.

Der Terminator auf dem kleinen Bildschirm

Einige Jahre nach dem dritten Film wurde die TV-Serie „The Sarah Connor Chronicles“ produziert, in welcher Sarah Connor (Lena Headey) zusammen mit T-900 Cameron (Summer Glau) auf ihren Teenager-Sohn John (Thomas Dekker) aufpassen muss. Die Serie kam auf zwei Staffeln, wurde aber mit einem massiven Cliffhanger beendet.

Zu ambitioniert für sein eigenes Wohl

Hollywood war aber immer noch nicht fertig mit dem Franchise, und so folgte 2009 mit Terminator Salvation der vierte Teil. Schwarzenegger war zu der Zeit Gouverneur von Kalifornien, und so wurde ein digitales Bodydouble von ihm erstellt. Salvation ist eine Fortsetzung des dritten Teiles, und spielt in einer veränderten Zukunft, in der die Menschen trotzdem im Krieg mit der KI Skynet sind. John Connor (Christian Bale) muss sich erst beweisen, und in einem tiefen Labor erwacht Ex-Sträfling Marcus Wright (Sam Worthington), der eigentlich 2003 hingerichtet worden war…

„Terminator Salvation“ war ambitioniert. Leider anscheinend zu sehr für das Studio Warner Bros. Nachdem das Drehbuch geleakt worden war, wurde der letzte Akt des Filmes komplett umgeschrieben. So war nun Helena Bonham Carters Selena Kogan nicht mehr die Antagonistin des Filmes, sondern lediglich eine Visualisierung Skynets. Der Film verlor dadurch auch viel von seinem Biss, und hat ein großartiges Ende dadurch verspielt: Connor wäre gestorben, und Marcus hätte seinen Platz eingenommen, je nach Laune als freier Mensch oder als Marionette für Skynet.

Just a remnant of a deleted timeline…

Trotz des gemischt aufgenommenen Erfolges von Salvation wurde diese Geschichte dennoch nicht fortgeführt, sondern ein Soft-Reboot gewagt. „Terminator Genisys“ ignoriert die Teile 3 und 4 (mehr oder weniger), und schickt einen gut genährten und muskulösen Kyle Reese (Jai Courtney) „erneut“ ins Jahr 1984, um Sarah Connor (Emilia Clarke) zu beschützen. Doch diesmal ist alles anders. Sarah weiß über die Zukunft bescheid, und wird bereits von einem guten T-800 (Schwarzenegger) beschützt. Höchstwahrscheinlich ist es derselbe T-800 aus T2, der aber nicht nach 1995, sondern nach 1973 geschickt worden war. Die Zukunft wurde verändert, und zwar durch einen dimensionsspringenden T-5000, aka die Personifizierung von Skynet (Matt Smith), und dessen Vollstrecker, der terminatorisierte John Connor (Jason Clarke).

Terminator 5 stellt viele Fragen auf, weigert sich aber, diese zu beantworten. Die Action ist fad, und sogar die Schauspieler wirken dabei gelangweilt. Und wenn nicht mal die Figuren die Gefahr ernst nehmen, warum sollte es dann die ZuschauerInnen interessieren? Zudem ist es der einzige Terminator-Film, der es nicht schafft, ein angemessenes Worldbuilding zu machen, einen Sinn für die Umwelt und Umgebung zu vermitteln. Die ersten 20 Minuten, in denen das Original nachgespielt wurde, sind allerdings sehr gut gemacht.

Hasta la Vista, Skynet

Cameron erlangte schließlich wieder die Rechte an Terminator. Da er aber seit 15 Jahren mit den Avatar-Filmen beschäftigt ist, überließ er den Regiestuhl für „Terminator: Dark Fate“, einen weiteren Soft-Reboot, der die Filme 3 – 5 ignoriert, Tim Miller („Deadpool“). Terminator 6 setzt nach T2 an, fühlt sich aber stark wie T1 an. Die junge Dani Ramos wird von Terminator Rev-9 (Gabriel Luna) gejagt, da sie eine für den Widerstand wichtige Person ist. Unterstützt wird sie aber von der aus der Zukunft stammenden Grace (Mackenzie Davis), einer alternden Sarah Connor (Linda Hamilton kehrt zurück) und einem mysteriösen Innenausstatter namens Carl. Die Zukunft wurde verändert, das Schicksal bleibt dasselbe: Skynet heißt nun Legion, und es hat eine biblische Version der Apokalypse durchgeführt. Rev-9 ist auch eine referenz auf den Bibelvers Revelation 9.

Was man Dark Fate zugutehalten kann, ist, dass er den Grusel von einst teilweise zurückholen kann. Der Rev-9 ist bedrohlich und gefährlich. Ansonsten fühlt er sich zu sehr an wie der allererste Film, und bietet auch hier wenig Neues. Es ist in gewissem Sinne eine Rückkehr zu den Wurzeln, aber will man das überhaupt? Das Studio hofft erneut auf weitere Teile, aber der Film floppte an den Kinokassen. Dem nach zu urteilen kann man prophezeihen, dass ein etwaiger 7. Teil ein erneuter Soft-Reboot werden wird.

Terminator ist ein paradoxes Franchise. Keiner der restlichen 4 Filme kommt auch nur annähernd an die ersten beiden Teile ran. Und wenn ein Film einmal etwas Neues versuchen will, ist das für das Studio zu ambitioniert.

By Bernhard

Seit frühester Kindheit ein Fan und Liebhaber von Filmen und Serien jedweder Art, setzt Bernhard alles daran, um sein Wissen und seine Fähigkeiten in diesem Metier zu vergrößern und zu verfeinern. Als wandelndes Filmlexikon zieht der Österreicher durch die Lande, um den Menschen Neuigkeiten über das cineastische Treiben kundzutun.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.