Subjektive Kurzmeinung (Janina) zu „Yesterday“:

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Musikfilme erfreuen sich derzeit größter Beliebtheit, siehe „Bohemian Rhapsody“ oder „Rocketman“. Der Release von „Yesterday“ kommt somit zum genau richtigen Zeitpunkt und auch die Musik der Beatles bekommt so nun ihre Chance, sich auf der großen Leinwand zu entfalten. Dies jedoch nicht in Form eines Biopics wie bei den beiden oben genannten Filmen, sondern mit einer wirklich tollen Idee: Was wäre, wenn sich niemand mehr an die Musik der Beatles erinnert?

Der Trailer hat mich aufgrund der tollen Grundidee sofort neugierig gemacht. Leider wurde meine anfängliche Freude schnell zerstört, da sich recht schnell herausstellte, dass der Film aus zwei Storylines besteht: einmal die Handlung um die Beatlesmusik und einmal die Beziehung der beiden Hauptcharaktere. Ich hätte mir gewünscht, dass vorrangig auf den inneren Zwiespalt des Hauptcharakters hinsichtlich der Neuveröffentlichung der Musik der Beatles eingegangen wird. Stattdessen driftet der Film viel zu oft in eine kitschige 08/15 Liebesfilm- Schiene ab. Hier wurde unglaublich viel Potential verschenkt. Hätte man vollständig auf die Liebesgeschichte verzichtet, hätte sich die Story in deutlich spannendere Richtungen entfalten können.

Die Schauspieler waren ok, wirklich positiv hervorgestochen ist aber niemand so wirklich. Himesh Patel hat mir gut gefallen und hat eine sehr angenehme Singstimme. Lily James war unauffällig, jedoch habe ich nicht verstanden, warum man ihr diese grässliche 90er Jahre Dauerwelle verpasst hat. Ed Sheeran Fans, ihr müsst jetzt tapfer sein: Als störend habe den Sänger wahrgenommen. Dem Trailer nach zu urteilen bin ich davon ausgegangen, dass Sheeran nur ein kleiner Sidekick ist. Dem war jedoch nicht so. Er hatte für meinen Geschmack viel zu viel Leinwandzeit und konnte schauspielerisch so gar nicht überzeugen. Sheeran Fans werden sich natürlich dennoch freuen ihn so oft zu sehen (ihr merkt, ich gehöre nicht dazu – Schande über mein Haupt). Wer als Hardcore Beatles Film nach Sichtung des Trailers einen Film mit großem Fokus auf die Beatles erwartet, rate ich vom Besuch des Filmes ab. Wer aber mit seinen Mädels oder Jungs einen netten Abend mit Schnulz und Sekt oder Bier haben möchte, kann den Film gucken. Positiver Nebeneffekt des Films: Ich hatte hinterher unglaubliche Lust, Beatles zu hören. Diesem Verlangen bin ich auch nachgekommen und habe mich nach wenigen Beatles Liedern schon besser gefühlt als nach den zwei Stunden „Yesterday“.

Fazit: Von der Grundidee her hätte der Film eine herausragende Hommage an die Musik der Beatles werden können. Leider hat man sich aber dazu entschieden, die Musik in eine mehr als durchschnittliche Liebesgeschichte einzubetten und hat so jegliches Potential verschenkt.


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