Subjektive Kurzmeinung (Janina) zu „After Passion“

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Wie soll man den Artikel zu so einem Film beginnen? Vollkommen ohne Erwartungen (und nahezu ohne Vorwissen, auf was ich mich da überhaupt eingelassen habe) bin ich zur Pressevorführung von „After Passion“ gegangen. Bekommen habe ich den bislang heißesten Anwärter für die Goldene Himbeere 2020 – und heiß war in dem Film wirklich nichts.

Ich habe schon viele Jahre keinen Film mehr gesehen, der so wenig Neues erzählt hat. Während des Sichtens hatte ich unentwegt das Gefühl, alles Gesehen schon einmal gesehen zu haben. Und das, was hier nochmal erzählt wurde, wurde leider auch noch schlecht aufgearbeitet. Die Charaktere sind durch die Bank weg Stereotypen, die überladen mit Klischees sind: Das Good Girl, das zum ersten Mal raus in die böse Welt kommt und den Versuchungen des Colleges widerstehen soll. Der Bad Boy, der niemanden an sich heran lässt. Die übervorsichtige Mutter, die ihr Kind auch im College am liebsten 24/7 beobachten würde. Die Liste könnte man ewig fortführen.

Filmisch war der Film auch eher unteres Niveau. Teilweise gab es wirklich schöne Landschaftsaufnahmen, das war dann aber auch schon das schönste, was man zu sehen bekommen hat. Die Regisseurin scheint ein großer Fan von Zeitlupeneinstellungen zu sein, sodass diese in allen erdenklichen Lagen zum Einsatz kamen und inflationär verwendet wurden.

Kommen wir zu den Darstellern, die vermutlich konkurrenzlos die Razzies als schlechteste Darsteller/ Leindwandpärchen erhalten dürften. Josephine Langford war ok. Das Good Girl hat man ihr definitiv abgekauft, jedoch hat sie es (im Zusammenspiel mit Hero Fiennes-Tiffin) an keiner Stelle geschafft, dass auch nur ein Hauch von romantischen Gefühlen rüber kamen. Hero Fiennes-Tiffin hingegen war für mich nur schwer zu ertragen. Sein Blick war durch den kompletten Film eine Mischung aus angeschossenem Reh und einem Kind, dem man das Lieblingsspielzeug weggenommen hat. Mit attraktivem Bad Boy, in den man sich sofort verliebt, hat er wirklich wenig zu tun. Das Bad Boy Image wurde im Film lediglich durch eine mysteriöse Art und den exzessiven Einsatz von Tattoos „erzeugt“.

Während der 99 Minuten, die ich den Film überstanden habe, hat sich mir immer wieder die Frage gestellt, wer eigentlich die Zielgruppe des Filmes ist. Ursprünglich dachte ich, die „Shades of Grey“ Leserinnen/Besucherinnen wären klare Zielgruppe, jedoch werden diese vermutlich enttäuscht den Kinosaal verlassen. Ich würde die Zielgruppe auf 12-15-jährige begrenzen, wobei auch hier fraglich bleibt, ob der Film hier funktioniert. Also falls ihr jemanden kennt, der den Film richtig toll fand, würde mich sehr interessieren, was das für eine Person war.

Fazit: Ich bin immer noch sprachlos, wie schlecht mich der Film unterhalten hat. Nach einem Tag hab ich immerhin jegliche Story schon vergessen und werde den Film vermutlich in ein paar Tagen komplett aus meinem Gedächtnis löschen. 1/10 Punkte (für die schönen Landschaftsaufnahmen).

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