Subjektive Kurzmeinung (Daniel) zu “Aladdin” (2019)

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Skepsis. Ich denke, das ist das Wort was am besten beschreibt, was ich fĂŒhlte, als ich das erste Mal den neuen Trailer fĂŒr die Aladdin-Realverfilmung gesehen habe. Ich weiß, dass es auf der Welt wahrscheinlich viele Menschen gibt, auf die Disney einen grĂ¶ĂŸeren Einfluss hatte und auch heute noch hat, aber wie kaum ein Kind meiner Generation kam ich um Disney herum und habe es – wie viele Andere – wirklich geliebt. Tarzan, König der Löwen, Mulan, die Schöne und das Biest, und natĂŒrlich auf Aladdin haben meine Kindheit begleitet und bedeutsam inspiriert.

Dementsprechend war ich skeptisch als ich den Trailer sah, ob man der „Vorlage“ gerecht werden könne und ob es nicht einfach ein Remake ist, welches in die „Schublade der Schande“ eingehen wĂŒrde. Dennoch habe ich versucht, ohne Vorgedanken und unbelastet in den Film zu gehen und zu schauen, wie gut er mir gefĂ€llt und was Disney aus dem wunderbaren Material so viele Jahre spĂ€ter gemacht hat. Und ich muss gestehen – Noch nie in all den Jahren, in denen ich nun schon Filme schaue und liebe, wurde ich so positiv ĂŒberrascht wie von dem Besuch von „Aladdin“. Die ersten 10 Minuten lang dachte ich mir „Hui, was fĂŒr eine historische Unkorrektheit
“ und dann fiel mir ein „Hey, du bist in einem Disney-Film“. Und nachdem diese HĂŒrde einmal ĂŒberwunden war, konnte ich den Film genießen.

Ohne zu viel zu spoilern kann ich sagen, dass der Film sich in vielen Dingen an der Zeichentrickvorlage orientiert aber auch viele Dinge auf wundervolle Art und Weise neu macht. Der Film ist mit der Zeit gegangen und bringt einige Aspekte der heutigen Zeit auf sehr schöne Art und Weise sowohl visuell als auch in Form eines komplett neuen Liedes in den Film ein, ohne dabei deplatziert zu wirken. Die Story erfindet das Rad definitiv nicht neu aber bleibt Disney und ihrem „Theme“ treu.

Das Visuelle des Films ist absolut großartig. Es ist farbenfroh, es ist bunt und mit wunderschönen Effekten versehen, die den Zuschauer optisch ansprechen sollen. Wie anfangs beschrieben, stieß mir anfangs die „historische Ungenauigkeit“ etwas auf, da ich normalerweise nicht hĂ€ufig solcherlei Filme schaue. Doch diesen Gedanken konnte ich schnell hinter mir lassen und war danach sehr fasziniert von den gebotenen Bildern. Disney hat sich viel MĂŒhe gegeben, den Zeichentrick-Charm beizubehalten und dennoch Realismus einzubringen.

Kommen wir zu einem Teil, der in keinem Disneyfilm fehlen darf – Das auditive Erlebnis. Ich habe den Film in der Originalvertonung auf Englisch gesehen und war begeistert von den Liedern, vor Allem der weiblichen Protagonistin Jasmin. Sie hat eine wunderschöne Singstimme, die sehr zu den Liedern von Aladdin passt, vor Allem auch zu ihrem neuen Solo, welches in der Originalversion nicht vorkommt. Ihren mĂ€nnlichen Counterpart fand ich gesanglich etwas schwĂ€cher, allerdings dennoch immer noch sehr passend und stimmig.

Abschließend möchte ich mich noch einem Thema widmen, welches im Vorfeld des Filmes sehr viel Beachtung und auch Kritiken auf sich gezogen hat – Will Smith als Genie. Er hat sehr große Schuhe auszufĂŒllen gehabt, wenn man bedenkt, dass das Original von Robin Williams gesprochen wurde und ich muss gestehen – In meinen Augen hat er einen verdammt guten Job gemacht. Er ist der generellen Idee des schelmischen aber dennoch guten Freundes treu geblieben und hat seinen eigenen Touch mit hereingebracht. Ich habe Genie den ganzen Film ĂŒber sehr genossen und war auch vom gezeigten Humor sowie den ernsteren Szenen sehr angetan.

Alles in Allem wĂŒrde ich dem Film eine solide 8/10 geben. Ich bin ohne Erwartungen in den Film hereingegangen und wurde absolut umgeworfen. Der Film ist nicht perfekt, aber er macht viele Sachen sehr richtig in meinen Augen und ist es definitiv wert, gesehen zu werden, ohne sich von dem, in meinen Augen, eher schwachen Trailer entmutigen zu lassen.



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