Wie bereits im vorherigen Star Trek-Artikel erklärt, wagte die Serie „Star Trek“ 1979 vom TV-Bildschirm den Sprung auf die große Leinwand. Bei einem Budget von ca 44 Millionen Dollar spielte der Film 139 Millionen ein (Quelle: Wikipedia), und weitere Sequels folgten. „Star Trek – Der Film“ haben wir bereits das letzte Mal besprochen. Darum folgt nun die eine Erörterung der anderen Teile.

The needs of the many…

Auch wenn The Motion Picture ein Erfolg war, so gab es auch massiv Kritik an seiner Langwierigkeit. Für die Fortsetzung musste einiges geändert werden. Weil er sich beim vorherigen Film ständig in die Produktion eingemischt hatte, verlor Roddenberry seine Funktion als Executive Producer, sondern war nur noch Konsultant. Harve Bennet löste ihn ab, und entschied sich nach reichlicher Sichtung alter TOS-Folgen für die Episode „Space Seed“ („Der Schlafende Tiger“), um den neuen Film darauf zu basieren. Nicholas Meyer wurde als Regisseur verpflichtet, und legte den Film als U-Boot-Thriller im Weltall an.

Leonard Nimoy hatte allerdings wenig Lust darauf, noch einmal Vulkanier Spock zu spielen. Er machte nur mit, weil ihm versprochen wurde, dass seine Figur sterben dürfte. Da Infos zu seinem Tod geleakt wurden, wurde eine Szene zu Beginn gedreht, bei der er scheinbar während des Kobyashi Maru-Tests stirbt.

Der Film behandelt Themen wie das Älterwerden, und die Konfrontation mit den Sünden der Vergangenheit. Khan Noonian Singh (Ricardo Montelban) sollte zurückkehren, und sich an Captain Kirk wegen seiner einstigen Verbannung rächen wollen. Noch dazu soll der Sternenflottenadmiral von der Existenz seines Sohnes David erfahren, dem Leiter des Genesis-Projektes. Schlussendlich lernt Kirk Verlust kennen, als sein bester Freund Spock sich für die Enterprise opfert.

outweighs the needs of the few

Nimoy bereute seine Entscheidung, Spock sterben zu lassen, und ließ ihn wiederauferstehen. Dank des Genesis-Plotdevices aus dem Vorfilm war das kein Problem. Die regenativen Fähigkeiten des Planeten ließen den Vulkanier wiedergeboren werden. Währenddessen sucht Kirk seinen gefallenen Freund, und befindet sich dabei nicht nur in einem Wettlauf mit Klingonen (ein diabolischer Christopher Lloyd vor „Zurück in die Zukunft“), sondern legt sich auch mit der Föderation selbst an. In einer eindrucksvollen Sequenz kapern Kirk und seine engste Crew die Enterprise und entkommen damit der überlegenen USS Excelsior. Doch leider muss Kirk sein geliebtes Schiff opfern, damit es nicht in die Hände von Klingone Kruge fällt. Die Zerstörung der Enterprise war das traurige Highlight des Filmes.

Nimoy nahm auch selbst im Regiestuhl Platz. Ursprünglich sollten die Romulaner die Bösen sein, es wurde jedoch entschieden, dass die Klingonen bekannter seien. Dummerweise war der romulanische Bird of Prey schon gebaut. Auch noch nicht fixiert war Klingonisch als Sprache. Sprachwissenschaftler Marc Okrand schuf die Grammatik für den Film, musste sie jedoch immer wieder verändern, weil die Schauspieler etwas anders aussprachen.

The Search for Spock ist kein schlechter (Star Trek-) Film. Er ist zwar etwas spannungsärmer als andere Filme, sein Hauptproblem ist aber, dass er nach dem – laut Meinungen vieler- besten Star Trek Film erschienen ist.

Die Star Trek-Trilogie

Nimoy führte auch bei der Fortsetzung „Star Trek IV – The Voyage Home“ Regie. Direkt nach den Ereignissen des dritten Teiles müssen Kirk und seine Crew mit ihrem gestohlenen Bird of Prey in die Vergangenheit – Sprich Gegenwart – reisen, um aus dem 20. Jahrhundert zwei Buckelwale in die Zukunft zu holen. Denn eine außerirdische Sonde ist dabei, alles Leben auf der Erde zu vernichten, wenn sie nicht mit den Tieren Kontakt aufnehmen kann. Man merkt schon sofort, dass es in diesem Film primär um Natur- und Klimaschutz ging. Das Setting der kontemporären Gegenwart wurde gewählt, um auszudrücken, dass wir jetzt handeln können und müssen, um die Welt zu retten, da wir ansonsten ordentliche Probleme in der Zukunft bekämen.

Star Trek IV ist aber dabei auch alles andere als predigend, er ist auch der lustigste teil der gesamten 13-teiligen Reihe: All die Shananigans, welche die Crew bei ihrem Besuch in das Jahr 1986 erleben, sind irrsinnig witzig. So stoppt Spock mittels vulkanischem Nervenzwick einen lauten und rüden Punk, und der Russe Chekow fragt ganz unverhofft Passanten nach nahegelegen atomaren Schiffen. Zu guter Letzt gibt es auch ein zeitliches Paradoxon, als Kirk die Lesebrille, die McCoy für ihn von einem Pfandleiher erstand, an einen Pfandleiher verkaufte.

Mit „Der Zorn des Khan“ begann das, was in manchen fan-Kreisen als „Star Trek-Trilogie“ bezeichnet wird. Die Teile 2 – 4 sind zusammenhängend und spielen direkt hintereinander. Zusätzlich dazu gibt es eine verbindende thematische Komponente: Nachdem mit Star Trek 2 und 3 die Idee einer künstlichen Natur vorgestellt wurde, die aber eben nicht funktionierte (weil der Planet Genesis „starb“), so folgt in „Zurück in die Gegenwart“ die Rückkehr zur eigentlichen Natur.

What does God need of a spaceship?”

William Shatners einzige Regiearbeit im Franchise ist der vielerorts kritisierte 5. Film, „Am Rande des Universums“. Shatner wollte Roddenberrys ursprüngliche Pläne für Star Trek – Der Film einbauen, und sich auf theologische Themen zu besinnen. So muss die Crew der Enterprise-A (die USS Yorktown wurde umgetauft und überarbeitet, warum weiß ich nicht) eine Geiselnahme am Rande der neutralen Zone beenden, und gerät dabei in die Fänge des Vulkaniers Sybok.

Dieser ist nicht nur Spocks Halbbruder, sondern auch ein gefährlicher religiöser Fanatiker und auf der Suche nach „Gott“. Und dafür braucht er ein Raumschiff. Weil die große Barriere im Zentrum (Eine sehr freie Übersetzung gibt den Planeten und den Titel an den Rand des Universums) zu gefährlich sei. Wie gefährlich? Ein bisschen blauer Nebel und ein paar Blitze. Es ist…unterwältigend.

Kirk kann als einziger der Gehirnwäsche des Vulkaniers widerstehen (Shatners Ego ist übergroß). Auf dem Planeten Sha Ka Re angekommen, folgt die nächste Überraschung: Sie treffen wahrhaftig auf Gott. Dieser will  sein Licht in die gesamte Galaxie zu bringen. Nur Kirk (Shatners Ego ist gigantisch) stellt die alles entscheidende Frage, warum „Gott“ dafür denn ein Raumschiff brauche. Denn das göttliche Wesen, dass sie dort antreffen, ist in Wahrheit nicht Gott, sondern ein Gefangener, der versucht, auszubrechen.

Hamlet im klingonischen Original

„Star Trek V“ hätte der letzte Teil der Originalcrew sein sollen. Immerhin startete das Franchise zur selben Zeit auf den TV-Bildschirmen neu durch. Doch der Misserfolg des Filmes ließ die Verantwortlichen noch einen weiteren, abschließenden Teil machen. (Star Trek war zu dieser Zeit noch groß da, und erfolgversprechend).

Nachdem Prequel-ideen rasch beiseite gelegt wurden, war die richtige Geschichte auch bald gefunden. Da in „The Next Generation“ der Frieden zwischen der Föderation und dem Klingonischen Reich schon etabliert worden war, entschied man sich, diese Geschichte einfach zu erzählen.

Nach der Zerstörung des Mondes Praxis steht das klingonische Reich kurz vor seiner Vernichtung. Botschafter Spock arrangiert Friedensverhandlungen zwischen den Föderation und den Klingonen. Dazu soll die Enterprise-A unter Captain Kirk den klingonischen Kanzler Gorkon (der Name ist ein Hybrid zwischen Abraham Lincoln und Mikhail Gorbatschow) eskortieren. Doch der Kanzler wird von Sternenflotten-Offizieren ermordet. Kirk und Pille werden verurteilt und landen in der klingonischen Strafkolonie Rura Penthe. Derweil versuchen Spock und Co, eine intergalaktische Intrige aufzudecken und ihren Captain zu befreien.

Garniert wurde die Geschichte und Thematik mit massenhaft Shakespeare-Referenzen. So wurde auch der poetische Titel aus Hamlet entnommen, und bezieht sich auf die Zukunft. Und nicht nur Gorkon, sondern auch sein Oberster Kommandant der Streitkräfte, Chang (Christopher Plummer), ist begeisterter Hamlet-Fan.

Nixon reist nach China

Neben Star Trek IV ist „The Undiscovered Country“ sicherlich der politischste Star Trek-Film. Mit dem Zerfall der Sowjetunion endete der Kalte Krieg zwischen Ost und West. Das Thema war also brandheiß. Udem ist die Zerstörung von Praxis an die Katastrophe von Tschernobyl angelehnt. Interessant ist auch die Anlehnung der beiden Seiten: Frieden wird skeptisch gesehen Auf beiden Seiten gibt es Gruppierungen, die diese Zukunft nicht sehen können oder wollen. Vor allem auch, da in ihr kein Platz für sie wäre.

Ebenso Spocks Satz: „Nur Nixon konnte nach China reisen“ bezieht sich auf die heikle politische Situation zwischen den USA und China unter Hardliner Nixon, der als Kommunistenhasser galt. Darum könne auch nur er dorthin reisen, um Verhandlungen zu führen, weil es eine Möglichkeit ist, ernste Absichten zu signalisieren. Im Film ist damit Kirk gemeint, der nach der Ermordung seines Sohnes durch Kruge eine Abneigung gegen Klingonen hegt.

Nicholas Meyer wurde als Regisseur zurückgeholt, um die Originalcrew in den Ruhestand zu begleiten. Trotz Meinungsverschiedenenheiten zwischen ihm und manchen Cast-Mitgliedern ist aber ein überaus gelungener Abschluss der Saga um die Originalcrew entstanden. Die Filmreihe sollte sich noch weiter bewegen, aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag.

By Bernhard

Seit frühester Kindheit ein Fan und Liebhaber von Filmen und Serien jedweder Art, setzt Bernhard alles daran, um sein Wissen und seine Fähigkeiten in diesem Metier zu vergrößern und zu verfeinern. Als wandelndes Filmlexikon zieht der Österreicher durch die Lande, um den Menschen Neuigkeiten über das cineastische Treiben kundzutun.

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