Sophias Düstere Kinderfilme: Mrs. Brisby und das Geheimnis von NIMH (1982)


Mrs. Brisby und das Geheimnis von NIMH

Übersicht
Kinostart (DE):
15.07.1982
Dauer:
79 Minuten
Genre:
Fantasy, Zeichentrick
Regie:
Don Bluth
Wertung
9 / 10

Heute haben wir es wieder einmal mit einer Literaturverfilmung zu tun. „Mrs. Brisby und das Geheimnis von NIMH“ basiert auf dem Roman „Mrs. Frisby und die Ratten von NIMH“ von Robert C. O’Brien und wurde 1982 von dem ehemaligen Disney Mitarbeiter Don Bluth verfilmt. „Wer hat denn da ganz faul versucht seine Quelle zu verschleiern und einfach nur den Anfangsbuchstaben vertauscht?“, denkt ihr vielleicht. Ganz so ist es nicht. Der Originalname Frisby wurde deshalb in Brisby geändert, da man einer Verwechslung mit dem Spielzeug Frisbee entgehen wollte. So viel dazu.

Im Film jedenfalls versucht die tapfere Mäusemutter Mrs. Brisby ihr Haus und ihre vier Kinder vor dem Farmer zu retten, auf dessen Acker sie leben. Ehe sie sich versieht stolpert sie von einem Abenteuer ins nächste und bewahrt letztendlich auch die auf dem Bauernhof lebenden Ratten vor einem schlimmen Schicksal.

„Mrs. Brisby und das Geheimnis von NIMH“ ist ein ziemlich düsterer Film, trotz dem bisschen Disney Charme, den das Design der Tiere im Film verbreitet. Kein Wunder, arbeitete Regisseur Don Bluth während seiner Zeit bei den Disney Studios an Filmen wie „Robin Hood“, „Die vielen Abenteuer von Winnie Puuh“ oder „Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei“, die allesamt Tiere als Hauptprotagonisten haben. Ich habe beim Schauen von „Mrs. Brisby“ sogar einen Hasen entdeckt, der eine wahnsinnige Ähnlichkeit mit Winnie Puuhs peniblem Nachbar Rabbit hat. Vorsicht, Urheberrecht!

Auch von Kritikern wurde „Mrs. Brisby und das Geheimnis von NIMH“ zwar als familientauglicher Film eingeschätzt, aber doch als etwas zu düster für noch sehr junge Kinder. Das könnte vor allem daran liegen, dass die Animation mancher Tiere sehr düster gehalten ist. Dazu zählen wohl der König der Ratten, Nicodemus, und die alte Eule. Dabei sind sie sehr ähnlich gestaltet. Beide leben in einer dunklen Umgebung – Nicodemus in einer Höhle, die Eule in einem alten Baum – was ihre großen, gelben Augen wie Scheinwerfer wirken lässt, denen das Gegenüber nicht entkommen kann. Außerdem haben beide einen langen weißen Schnurrbart, der bis zur Erde reicht und die Haut an ihren Händen, beziehungsweise Füßen, ist ledern, trocken und von Warzen überzogen. Ich persönlich fand die alte Eule noch etwas gruseliger als Nicodemus, da sie im Gegensatz zu Mrs. Brisby riesenhaft wirkt und man meint, sie würde die Mäusedame jederzeit verschlingen.

Erschreckend ist auch die Hintergrundgeschichte der Ratten. Mit einem starken Flair von „Die Hunde sind los“ wird hier eine Geschichte von Gefangenschaft und Experimenten in einem Tierversuchslabor erzählt. Bunt und abstrakt animiert fühlt man sich als Zuschauer in eine expressionistische Traumsequenz versetzt, die das Leiden und die Angst der Tiere ziemlich gut verdeutlicht. Als bei der Flucht aller Labortiere die Mäuse auf der Strecke bleiben, fallen sie in eine bodenlose Tiefe, während die Erzählerstimme im Off über Tod und Elend spricht.

Mittlerweile hat „Mrs. Brisby und das Geheimnis von NIMH“ Kultstatus erreicht und war im Nachhinein so beliebt, dass 1998 eine direct to DVD Fortsetzung mit dem Titel „Timmy und das Geheimnis von NIMH“ produziert wurde. Dieser konnte allerdings nicht an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen und verschwand größtenteils aus dem kulturellen Filmgedächtnis. Mir hat die Geschichte rund um die mutige Mäusedame sehr gut gefallen. Nicht nur ist es hier eine Mutter, die entschlossen ihre Familie und Freunde verteidigt – Frauenpower, yeah – sondern die Handlung ist wirklich spannend und die Animation ein Augenschmaus. Von mir gibt es einen Daumen hoch für das Mäuseabenteuer.



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