Sophias Düstere Kinderfilme: Frankenweenie (2012)


Frankenweenie

Übersicht
Kinostart (DE):
24.01.2013
Dauer:
87 Minuten
Genre:
Horror, Komödie, Stop-Motion
Regie:
Tim Burton
Studio:
Disney
Wertung
9 / 10

Das hätte ich nicht gedacht. Jetzt habe ich schon so viele Artikel in der Sparte „Düstere Kinderfilme“ geschrieben, aber bisher war noch kein richtiger Tim Burton Film dabei. Denn „The Nightmare Before Christmas“ wurde ja streng genommen von Henry Selick gedreht. Na dann wurde es auch mal Zeit. Heute geht es um den sehr schönen schwarz weißen Stop-Motion-Film „Frankenweenie“ aus dem Jahr 2012, der – meiner Meinung nach – einer der besten Burton Filme der letzten zehn Jahre ist.

Bevor „Frankenweenie“ 2012 ein Langfilm wurde, war er zunächst 1984 ein Real-Kurzfilm. Für Tim Burton markierte„Frankenweenie“ eine der ersten eigenständigen Produktionen während seiner Zeit bei Disney und trägt bereits seine typische Handschrift. Doch der Film kam beim Vorstand des House of Mouse nicht gut an, da er nicht familienfreundlich genug war und verschwand in der Versenkung. Erst Jahre später, als Burton ein berühmter Regisseur war, veröffentlichte Disney den 29 Minüter.

Der Film ist eine Adaption der Frankenstein-Geschichte von Mary Shelley, basiert aber vielmehr auf dem „Frankenstein“-Film von James Whale aus dem Jahre 1931 mit Boris Karloff in der Rolle des Monsters. In der modernen Version von Burton versucht der wissenschaftsbegeisterte Junge Victor Frankenstein, seinen verstorbenen Hund Sparky wiederzubeleben. Als sein Vorhaben glückt, ahmen einige Kinder der Nachbarschaft das Experiment nach. Mit schlimmen Folgen.

„Frankenweenie“ hat eine Altersfreigabe von 12 Jahren, was absolut nachvollziehbar ist, denn immerhin geht es um den traumatischen Tod eines geliebten Haustiers und die Designs der Figuren sind wie immer nicht ohne. Damit meine ich nicht nur den Naturwissenschaftslehrer mit seinem übertrieben fliehenden Kinn und Lattenzaun-Zähnen, Karloff-Double Nassor oder den buckligen Edgar. Gerade das Weird Girl (alias Anne Chambers) mit ihren starrenden Augen und ihrem Ebenbild von einem Kater Mr. Whiskers (alias Bat-Cat) sorgen für Gänsehaut. Ein bisschen erinnert sie mich an eins der Kinder aus „Das Dorf der Verdammten“, findet ihr nicht?

Am besten an „Frankenweenie“ gefällt mir eigentlich, dass die Eltern der Kinder der Vorstadt New Holland überhaupt keine Ahnung von den Machenschaften ihres Nachwuchses haben. Sie sind nur Statisten in den Leben ihrer Kinder, sorgen fürs Essen und für ein Dach über dem Kopf. Als sie auch noch dafür verantwortlich sind, dass der von den Kindern respektierte Lehrer Mr. Rzykruski entlassen wird, zeigt sich, dass die Eltern den Bedürfnissen ihrer Kinder kaum Aufmerksamkeit schenken. Auch deshalb begeben sich die Kinder rund um Klassenprimus Toshiaki ohne Angst vor Konsequenzen auf den Friedhof, begehen Grabraub und erwecken die Toten zum Leben.

„Frankenweenie“ ist ein Film, der seine Zuschauer überrascht, unterhält und Horror-Fans immer wieder einen Grund zum Schmunzeln gibt. Technisch einwandfrei zeigt Tim Burton auch hier erneut, was die Stop-Motion-Technik alles kann. Die Geschichte rund um Außenseiter Victor und seinen süßen, mutigen und freundlichen Hund Sparky ist auf eine düstere Art herzerwärmend. Für mich eine der gelungensten Frankenstein-Adaptionen, die ich kenne.



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