Sophias Düstere Kinderfilme: Das Haus der geheimnisvollen Uhren (2018)


Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Übersicht
Kinostart (DE):
20.09.2018
Dauer:
106 Minuten
Genre:
Familie, Horror, Komödie
Regie:
Eli Roth
Wertung
7 / 10

Ein düsteres Herrenhaus, ein Waisenkind, ein großer Haufen tickender Uhren und ein Geheimnis. Was könnte dabei schon schief gehen? Als der Trailer für „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ veröffentlicht wurde, habe ich mich sehr auf den Film gefreut. Endlich mal wieder ein etwas anderer Kinderfilm, dachte ich. Was mir dann serviert wurde, kann ich leider nur mit einem müden „Okay“ beschreiben. „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ liefert viele schöne Bilder und ein tolles Set, scheitert aber leider an der zu oberflächlichen Story.

Der Film erzählt die Geschichte des Waisenjungen Lewis, der nach dem Tod seiner Eltern bei seinem wunderlichen Onkel Jonathan unterkommt. Lewis ist gezwungen, sich in Jonathans großer, verwinkelter Villa zurecht zu finden, die bisweilen ganz schön gruselig ist. Was wohl vor allem an den unzähligen tickenden Uhren und den schaurigen Figuren liegt, die das Haus bevölkern. Dass sein Onkel Jonathan des Nachts suchend durch die Zimmer und Gänge schleicht, macht das auch nicht besser. Bald darauf entdeckt Lewis ein Geheimnis und ehe er sich versieht, muss er die Welt vor dem Untergang zu bewahren – was sonst?

Warum habe ich den Film in diese Reihe mit aufgenommen? Als ich damals im September im Kino war, sprang eine Mutter nach Ende des Films entrüstet aus ihrem Sitz in der Reihe vor mir auf und meckerte: „Das so etwas ab sechs Jahren freigegeben ist! Das ist doch kein Kinderfilm!“ Tatsächlich hatte ich das nicht so empfunden, aber die Aussage der Lady ließ mich den Film noch einmal vor meinem geistigen Auge Revue passiere. Gut, es gibt eine Totenbeschwörung, wandelnde Leichen, Kürbismonster und einen sehr verstörenden Baby Jack Black. Dennoch ist vor allem der Humor von „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ zu 100 Prozent Kinderhumor. Von Rülpsern bis Pupsern ist einiges dabei.

Aber ja, ich kann die Dame auch verstehen. Es gibt einige Szenen, die für sensible Kinder vielleicht eher ungeeignet sind. So zum Beispiel eine meiner Lieblingsszenen, wenn das Figurenkabinett des Hauses zum Leben erwacht und Lewis & Co bedroht. Lebendig gewordenes Horrorspielzeug; das ist schon ziemlich klassisch und in diesem Fall auch verhältnismäßig spannend. Immerhin liefern sich die Charaktere einen heftigen Kampf mit den mechanischen Monstern.

Auch die bösartigen Gruselkürbisse haben es in sich. Zumindest ihr Design. Halb verfault und mit fiesen Fratzen hat dieses Gemüse beinahe nichts mit den freundlichen Laternen zu tun, die uns an Halloween den Weg leuchten. Unerbittlich greifen sie Lewis und seine Freunde an. Die Flucht gelingt ihnen gerade so.

Mit „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ liefert Regisseur Eli Roth das erste Mal einen familienfreundlichen Film. Gerade die eingestreuten Witze und das Schauspiel von Jack Black entschärfen den Horrorgestus des Films und machen ihn auch für Kinder zugänglich. Tatsächlich erhielt der Film in Amerika ein PG 13 Rating, während er hierzulande ab sechs Jahren freigegeben wurde. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass die Gut-Böse-Zeichnung sehr deutlich ist und das magische Setting es Kindern ermöglicht, sich genügend von den Horrorelementen zu distanzieren.

Der Film ist gut, wirklich. Er ist unterhaltsam, lustig und skurril. Definitiv etwas für einen düsteren Wintertag. Aber Geld fürs Kino hätte ich im Nachhinein betrachtet nicht unbedingt ausgeben müssen. Ich glaube sogar, dass das „Haus der geheimnisvollen Uhren“ auf Englisch besser funktioniert, da auf diese Weise gerade die lustigen Szenen verständlicher sind. Jack Black und Cate Blanchett liefern eine gute Performance ab, aber stellenweise hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte nur an der Oberfläche kratzt und vielleicht noch etwas tiefer hätte gehen können. Auch der finale Konflikt mit dem Bösewicht schien mir zu schnell abgehandelt. „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ ist also durchaus zu empfehlen, allerdings eher, wenn man leichte Unterhaltung sucht.



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