Sophias Düstere Kinderfilme: Das Böse kommt auf leisen Sohlen (1983)


Das Böse kommt auf leisen Sohlen

Übersicht
Kinostart (DE):
29.04.1983
Dauer:
95 Minuten
Genre:
Familie, Fantasy, Horror
Regie:
Jack Clayton
Studio:
Disney
Wertung
8 / 10

Auf diesen Film bin ich gestoßen, als ich über den Film „Schreie der Verlorenen“ recherchiert habe. Wie auch der trashige Streifen von 1980 stammt „Das Böse kommt auf leisen Sohlen“ aus der dunklen Zeit der Disney Studios. Sie wollten eine neue Richtung einschlagen und versuchten sich deshalb an etwas düstereren Themen als gewohnt. Der Film basiert auf dem Roman „Something Wicked This Way Comes“ von Ray Bradbury und obwohl es sich dabei keinesfalls um ein Kinderbuch handelt, habe ich den Film trotzdem in meine Reihe aufgenommen. Das liegt daran, dass der Film einerseits von Disney produziert wurde und andererseits Kinder die Hauptprotagonisten sind.

„Das Böse kommt auf leisen Sohlen“ folgt den Freunden Will und Jim, die in ihrer Kleinstadt ein Geheimnis aufdecken. Denn eines Nachts kommt ein Jahrmarkt in ihr verschlafenes Nest und plötzlich verschwinden einige Bewohner. Schnell erkennen Will und Jim einen Zusammenhang mit dem Jahrmarkt und versuchen gemeinsam mit Wills Vater, dem örtlichen Bibliothekar, den bösen Jahrmarktsbesitzer Mr. Dark aufzuhalten (Was für ein Name!).

Bei seinem Release floppte der Disneyfilm an den Kinokassen, was wohl vor allem mit seinem langsamen Erzähltempo zusammenhängt. Es dauert geschlagene fünfzehn Minuten, bis die eigentliche Geschichte überhaupt ihren Anfang nimmt. Auch springen die gruseligen Szenen dem Zuschauer nicht sofort ins Gesicht, wie es der moderne Horrorfan gewohnt ist. „Das Böse kommt auf leisen Sohlen“ kreiert vielmehr einen atmosphärischen Grusel und das klappt, meiner Meinung nach, tatsächlich gut.

Trotzdem hat der Film einiges an finsteren, wenn auch etwas unambitionierten Special Effects zu bieten und die ein oder andere schaurige Szene ist dabei. Als die Jungen beispielsweise von einer Art grünem Dunst verfolgt werden und sich in Jims Zimmer verstecken, werden sie von einer Spinnenhorde heimgesucht. Sie krabbeln durch die Fenster, sitzen am Türgriff, auf dem Boden und kriechen Will sogar im Bett über die Beine. Zum Glück werden sie bald aus diesem Horror gerissen, denn: Es war nur ein Alptraum.

Ohne zu viel vom Schluss verraten zu wollen, sind die Endsequenzen auf dem Jahrmarkt gelungen und spannend. Wills Vater versucht die Kinder zu retten und muss sich dabei seinen eigenen Ängsten stellen. In einer Szene muss er dabei durch ein Spiegelkabinett gelangen, das mit viel Nebel und unendlichen Reflexionen seiner Selbst gewiss aussichtslos wirkt. Der Kampf gegen Mr. Dark auf dem Karussell hat mir besonders gefallen, aber das müsst ihr euch selbst ansehen.

2014 wurde Seth Grahame-Smith als Drehbuchautor für ein mögliches Remake des Films engagiert. Aber seitdem ist es ruhig um das Projekt geworden. Ich fände die Idee einer Neuauflage von „Das Böse kommt auf leisen Sohlen“ nicht schlecht, da moderne Special Effects und ein energiegeladeneres Storytelling dem Film viel Gutes tun könnte. Aber bitte, Disney. Nehmt unbedingt wieder Jonathan Pryce in der Rolle des Mr. Dark, denn diese Figur verkörpert er mit Haut und Haar.



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