Sophias Düstere Kinderfilme: Cap und Capper (1981)


Cap und Capper

Übersicht
Kinostart (DE):
10.07.1981
Dauer:
83 Minuten
Genre:
Familie, Zeichentrick
Regie:
Richard Rich
Studio:
Disney
Wertung
6 / 10

Ihr wollt mich hemmungslos weinen sehen? Dann legt einfach die DVD von Disneys „Cap und Capper“ ein und schon bekomme ich triefende Augen und eine Rotznase. Obwohl der Film die meiste Zeit über zuckersüß ist und man die beiden Tiere am liebsten knuddeln möchte, ist vor allem die letzte Hälfte von „Cap und Capper“ düster.

Der Film basiert auf dem Roman „The Fox and the Hound“ von Daniel P. Mannix und handelt von Freundschaft und Mut. Fuchs Cap und Hund Capper freunden sich als Kinder an, spielen jeden Tag zusammen und die schöne Zeit scheint beinahe kein Ende zu nehmen. Doch bald wird ihnen klar gemacht, dass sie aufgrund ihrer unterschiedlichen Herkunft eigentlich gar keine Freunde, sondern erbitterte Feinde sein müssten. Ein Konflikt wie er im Buche steht.

Die Wege von Cap und Capper trennen sich und das nächste Treffen findet erst wieder statt, als sie erwachsen sind. Mittlerweile hat Hund Capper gelernt, Füchse zu jagen und Fuchs Cap hat verstanden, dass man Hunde fürchten muss. Als die beiden Tiere dann in eine gnadenlose Jagd verstrickt werden, ist Dramatik vorprogrammiert.

Am schlimmsten fand ich immer, wie unerbittlich Hund Capper seinen ehemaligen Kindheitsfreund jagt. Er fletscht die Zähne, knurrt ihn an und versucht Cap mit seinen Krallen zu erwischen. Er treibt den Fuchs und seine Gefährtin Trixie schließlich in ihren Bau. Cappers Herr, der Jäger, erkennt seine Chance und versucht die Füchse durch einen gelegten Brand auszuräuchern. Glimpflich gelingt den Tieren die Flucht.

Richtig gefährlich wird es dann, als auch noch ein riesiger Bär Teil der Jagd wird. Capper verfolgt das Fuchspaar bis zu einem Wasserfall, wird dort aber von einem zähnefletschenden Bären überrascht. Von der Animation her erinnert der Bär ein wenig an Mordu aus dem Film „Merida“. Er hat dunkles Fell, große klauenbewehrte Pranken und teuflische rote Augen. Das Tier bäumt sich auf, brüllt und bedroht Capper und seinen Herren. Dem Jäger gelingt es zwar das Ungetüm zu verwunden, aber es wird dadurch nur noch wütender. Stolpernd gerät der verzweifelte Jäger selbst in eine seiner Bärenfallen und kann nicht mehr entkommen. Todesmutig verbeißt sich Capper im Hals den Bären und versucht seinen Herren zu beschützen. Doch kurz darauf muss er selbst gerettet werden – und überraschend greift Cap ein!

„Cap und Capper“ ist an sich ein schöner Film mit einer klugen Botschaft. Doch mittlerweile merkt man dem Film sein Alter deutlich an. Konnte er in den 80ern noch begeistern, kommt er heutzutage kaum gegen das storyverwöhnte Publikum des 21. Jahrhunderts an. Dennoch ist er zurecht ein Teil der Disney-Klassiker Reihe und wird vor allem Fans der Marke gefallen. Eine Notiz am Rande: Im Englischen heißen die Protagonisten nicht Cap und Capper, sondern Tod und Copper. Auch Füchsin Trixie hat einen neuen Namen bekommen. Ursprünglich hießt sie Vixie (engl. Vixen = Füchsin), doch das wurde für das deutsche Publikum geändert, um gewisse Assoziationen zu vermeiden.



Schreibe einen Kommentar

Ich akzeptiere