Sophias Düstere Kinderfilme: Brücke nach Terabithia (2007)


Brücke nach Terabithia

Übersicht
Kinostart (DE):
01.03.2007
Dauer:
95 Minuten
Genre:
Drama, Fantasy
Regie:
Gábor Csupó
Studio:
Disney
Wertung
8 / 10

Warnung: Der folgende Beitrag enthält Spoiler!

Vorsicht, heute wird es emotional. Nachdem die letzten drei Artikel Adjektive wie bedrohlich und brutal bemüht haben, geht es heute um einen traurigen Film. „Brücke nach Terabithia“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Katherine Paterson aus dem Jahr 1977 und wurde 2006 von Gábor Csupó verfilmt. Zum ersten Mal habe ich den Film an einem verregneten Sonntagnachmittag gesehen und das passende Stichwort dazu lautet: Niagarafälle!

Der Film erzählt die Geschichte des künstlerisch begabten Jungen Jess, der sowohl zu Hause, als auch in der Schule ein Außenseiter ist. Erst die Freundschaft mit der kreativen Leslie lässt ihn aufblühen. Gemeinsam erfinden sie die Fantasie-Welt Terabithia, in die sie sich aus dem schwierigen Alltag zurückziehen können. Doch als sich die Dinge langsam zum Besseren wenden, erschüttert eine Tragödie Jess’ Leben.

Auch wenn man es dem Film zunächst nicht ansieht, hat er kleine, aber feine creepy Momente. Als Leslie Jess beispielsweise in die Welt der Vorstellungskraft einführt, ist das von ihnen erträumte Terabithia nicht gänzlich frei von Gefahren. Denn wo es auf der einen Seite die gutmütigen Terabithianer und die mutigen Libellen-Krieger gibt, existieren auf der anderen Seite auch gruselige Monster-Eichhörnchen, geflügelte Kreaturen, gewaltige Riesen und ihr Anführer, der dunkle Meister.

Der böse König ist die meiste Zeit des Films über lediglich ein undeutlicher Schatten, der durch den Wald huscht. Selten nimmt er die Verfolgung von Jess und Leslie selbst auf. Das erledigen hauptsächlich seine untergebenen Monster. Doch gegen Ende des Films, nachdem Jess alleine in den Wald geflohen ist, nähert sich ihm der schreckliche Meister direkt. Hier bekommt man als Zuschauer das erste Mal einen deutlichen Blick auf den Bösewicht: er ist ein klauenbewehrtes Gebilde aus Ästen und Ranken mit einer weißen, ausdruckslosen Maske als Gesicht. Macht mal ein Standbild. Er ist wirklich gruselig.

Kommen wir zum Spoiler-Absatz. Nachdem die Handlung des Films eine gewisse Zeit lang dahingeplätschert ist, wird der Zuschauer plötzlich aus seinem wohligen Kokon des „Vielleicht-wird-alles-endlich-gut“-Gefühls gerissen. Leslie stirbt bei dem Versuch nach Terabithia zu gelangen und ertrinkt in dem Fluss der den Wald in Realität und Fantasie-Welt trennt. Jess, der an diesem Tag einen Ausflug mit seiner Lieblingslehrerin machte, wird sofort von Selbstvorwürfen geplagt. Er hat sie im Stich gelassen, seinetwegen ist sie tot. Mit der Zeit muss Jess dann mit dem Tod Leslies umgehen lernen und sich von seinen negativen Gefühlen befreien.

Wer bei „Brücke nach Terabithia“ nicht weint oder nicht zumindest einen riesengroßen Kloß im Hals bekommt, muss aus Stein sein. Diese rührende, aber nie kitschige Geschichte geht einem tief ins Mark, greift dich am Kragen und ruft: Fühle! Anders kann ich es nicht beschreiben. Mir gefällt „Brücke nach Terabithia“ sehr gut. Gerade der Spagat zwischen der Fantasie des Kinderspiels und der Realität der Alltagswelt klappt hervorragend und lässt einen immer ein kleines bisschen an seine eigene Kindheit zurückdenken. “Schließ die Augen, dann siehst du noch viel mehr!”



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