Sophia liebt Cartoons: We Bare Bears (2015, fortlaufend)

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Vielleicht liegt es daran, dass ich als Kind ein großer Winnie Puuh-Fan war, aber ich mag „We Bare Bears“. Die Serie von Ex-Pixar-Mitarbeiter Daniel Chong über drei Bären, die in einer WG leben, hat es mir irgendwie angetan. „We Bare Bears“ basiert auf einem Comic, den Daniel Chong seit 2010 online unter dem Titel „The Three Bears“ veröffentlichte. Schon darin war die charakteristische Fortbewegungsweise der Bären zu sehen – aufeinander gestapelt wie die „Bremer Stadtmusikanten“.

Doch bevor Serien-Schöpfer Chong mit seiner eigenen Serie durchstartete, lernte er von den Besten: Als Storyboard Artist arbeitete er einige Jahre lang für bekannte Animationsstudios wie Blue Sky, Disney oder auch Illumination Entertainment. Unterstützt wurde er später bei der Serien-Umsetzung von keinem anderen Cartoon-Giganten als Cartoon Network. Das Studio plante seit 2014 ein Shorts-Entwicklungsprogramm und die drei Bären passten dort perfekt hinein.

Und short sind sie tatsächlich. Die Episoden der Serie sind jeweils um die elf Minuten kurz und wurden bisher in vier Staffeln ausgestrahlt. Aber worum geht es eigentlich genau? Im Mittelpunkt der Handlung stehen der Grizzlybär Grizz, der Pandabär Panda und der Eisbär – wie heißt er wohl? – na Eisbär. Sie sind Brüder, die ungewöhnlicher nicht sein könnten und wohnen zusammen in einer WG im Wald. Dort und in der nahe gelegenen Großstadt erleben sie alle möglichen alltäglichen Abenteuer.

Grizz ist der älteste der Brüder und so etwas wie ihr Anführer. Er will immer etwas erleben und bringt die anderen Bären dadurch oft genug in Schwierigkeiten. Aber er liebt seine Brüder und würde alles für sie tun. Panda ist der zweitälteste Bär und ein kleiner Nerd. Er liebt Videospiele, Mangas und Animes, ist oft unsicher und schüchtern. Sein größter Wunsch ist es, endlich eine feste Freundin zu finden. Eisbär ist der jüngste und stillste Bruder. Da er es gerne kalt mag, wohnt er im Kühlschrank der WG. Er ist wortkarg und bringt die Dinge gerne auf den Punkt. Doch in ihm schlummern ungeahnte Talente: Eisbär kann fließend Koreanisch sprechen und beherrscht asiatische Kampfkünste.

Warum ist „We Bare Bears“ so einzigartig? Vor allem wohl, weil es ein sehr spezieller Cartoon ist. Zwar sind die Hauptprotagonisten Bären, doch kämpfen sie in den Episoden mit sehr menschlichen Problemen. Sie verlieren beim Basketball im Park, machen Online-Dating oder eröffnen eine Hipster-Kaffeebar. Und das Besondere ist: Außer ihnen sind alle anderen Leute, die sie kennen, Menschen (von Koala Nom Nom und dem Bigfoot mal abgesehen). Die Serie macht selten Sinn, ist aber immer komisch und oft alltagsnah. Man kann sich leicht in die Brüder und ihre Sorgen hineinversetzen, und lernt sie so schnell kennen und lieben. „We Bare Bears“ ist wie ein Schokomuffin: Kein Geniestreich, aber ein liebevoller Stimmungsaufheller für Zwischendurch.

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