Sophia liebt Cartoons (Halloween Edition): Martin Mystery (2003-2006)

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Ein Teenager arbeitet als Geheimagent, klärt gemeinsam mit seiner Stiefschwester paranormale Fälle auf und hat als Sidekick stets einen Neandertaler im Gepäck. Das klingt für euch nach einem verrückten 60er Jahre Comic? Damit liegt ihr gar nicht so falsch. Die 2003er Cartoonserie „Martin Mystery“ basiert lose auf der Comicreihe „Martin Mystère“ des italienischen Autors Alfredo Castelli. Dessen Geschichten drehen sich um einen Archäologen im Indiana Jones-Style, der das Unerklärbare erforscht. Hierzulande existiert die Reihe unter dem Titel „Alan Dark“ und erscheint im Bastei Lübbe Verlag.

Außer dem Namen ist in der Cartoonserie nicht mehr viel vom Original übrig geblieben. Der sechzehnjährige Martin ist gemeinsam mit seiner Stiefschwester Diana Mitglied der Geheimorganisation „The Center“, wo sie als Agenten arbeiten und übersinnliche Fälle aufklären. Komplettiert wird das Team von Neandertaler Java, der mit seinen Muskeln sozusagen ihr Mann fürs Grobe ist. Alle Aufträge erhalten Martin und Co. von M.O.M, der Leiterin von „The Center“. Sie ist es auch, die Martin mit Hightech-Geräten für die Monsterjagd ausstattet. Ihr zweiter Ansprechpartner bei „The Center“ ist der kleine Alien Billy, der in einem Mini-Ufo durch die Gegend düst und mit Martin um Schokoriegel feilscht.

Das ganze klingt schräg und ist es auch. „Martin Mystery“ kann man wohl am besten als eine krude Mischung aus „Men in Black“ und „Scooby-Doo“ mit einem Schuss Highschool-Alltag beschreiben. Doch anders als bei den Abenteuern der Mystery Inc. sind Martins Monster keine verkleideten Kleinkriminelle, sondern waschechte Gruselgestalten, die gerne eine dicke Spur grünen Schleims hinterlassen. Aber alles kein Problem für Martin. Er hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen und verbannt jede Bestie mal mehr mal weniger chaotisch ins Nirwana.

Martin Mystery“ zählt in Deutschland wohl zu den weniger bekannten Cartoons. Immerhin lief die Serie nur knapp drei Jahre lang im Free-Tv und hat außer einem Nintendo-DS-Spiel nicht gerade viel Merchandise produziert, geschweige denn verkauft. Ich wollte diesen Cartoon dennoch in einem eigenen Artikel behandeln, da er meiner Meinung nach besonders durch die Gestaltung der Monster heraussticht, denn an Klauen und Reißzähnen wird hier einiges geboten. Schon das Moormonster in der allerersten Folge setzt hohe Maßstäbe. Es ist eine drei Meter große Schreckensgestalt aus dunklem, strähnigem Fell, mit Krallenhänden, rotglühenden Augen und einem knorrigen Geweih auf dem Kopf. Darüber hinaus hat es bei seiner Flucht die Angewohnheit sich in einen Haufen schleimiger Maden aufzulösen. Ein Glück, dass Martin auch dieses Monster in sein Revier zurückschickt.

Als Kind fand ich „Martin Mystery“ immer sehr gruselig und habe die Folgen nur dann angesehen, wenn meine Eltern nichts mitbekamen. Denn hätten sie diese Horrorgestalten gesehen, hätte ich mir die Serie abschminken können und es wäre wieder zu einer ähnlichen Diskussion wie über „Herr der Ringe. Die Gefährten“ gekommen. Aber das ist eine andere Geschichte.



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