Quarantäne-Kolumne: Bill und Teds verrückte Reise durch die Zeit

0

Die Quarantäne hat uns alle fest im Griff und jeder Tag ist wie ein Regentag. Die Devise: drinnen bleiben. Doch was tun mit all dieser Daheim-Zeit? Denn irgendwann ist auch der letzte Fleck geputzt, das tausendste Brettspiel gespielt und das Bücherregal durchgelesen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe mich den Filmen verschrieben. So wird die Watchlist Stück für Stück aufgearbeitet und man schafft endlich mal all die Streifen, die man sich schon lange vorgenommen hat. Doch nicht nur neue Filme helfen durch diese Zeit, sondern auch heißgeliebte Klassiker. Und weil da draußen sowieso schon alles schlimm genug ist, braucht man auch ein bisschen Ablenkung, oder nicht? Deshalb habe ich für euch einen granatenstarken Film ausgegraben: „Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit“.

Also aufgepasst, ihr Sülznasen! Sonst geht es euch noch wie Bill und Ted und ihr fallt in Filmgeschichte durch. Denn bei den beiden Möchtegern-Musikern ist es höchste Eisenbahn. Bill und Ted wollen vor allem eines: eine hammermäßige Band gründen, am besten mit Eddie van Halen an der Gitarre. Aber das wird nichts, wenn sie ihren Geschichtskurs in der Schule nicht bestehen. Denn sollten sie versagen, wird Ted auf die Militärakademie geschickt, eine absolut logische Konsequenz. Und weil die Freunde eben doch ein wenig verplant sind, bekommen sie interdimensionale Hilfe aus der Zukunft. Da hat die Musik ihrer Band („Die wilden Hengste“) nämlich den Weltfrieden, ach was, den Frieden im ganzen Universum herbeigeführt. Und das darf ein Geschichtsreferat doch nicht verhindern.

Deshalb schickt die zukünftige Zivilisation den Boten Rufus und eine Telefonzellen-Zeitmaschine in die Vergangenheit, die den Jungs bei ihrem Referat helfen soll. Mithilfe der Zukunfts-Technik reisen Bill und Ted an alle wichtigen Orte der Geschichte und erleben sie hautnah mit. Aber anstatt nur zu lernen, holen sie berühmte Hoschis wie Napoleon, Beethoven oder Abraham Lincoln ins Amerika des 20. Jahrhunderts, um eine krasse Show auf die Beine zu stellen.

Klingt alles ein bisschen, als wäre es von „Zurück in die Zukunft“ geklaut? Vielleicht, denn immerhin sind Zeitreisefilme in den 80er und 90er Jahren sehr beliebt. Ursprünglich sollte Bills und Teds Zeitmaschine auch gar keine Doctor-Who-mäßige Telefonzelle sein, sondern ein abgerockter 69er Chevrolet Van. Doch das war den Machern dann eine zu große Ähnlichkeit zu Robert Zemeckis Kino-Hit. Trotz der starken Konkurrenz hat es „Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit“ geschafft, zum Kult-Klassiker zu werden. Warum ist das so?

In vielen Rezensionen als Klamauk-Film bezeichnet, ist das Zeitreise-Abenteuer wirklich einfach genau das: ganz großer Klamauk. Bill und Ted, die nicht gerade die Hellsten sind, stolpern ohne Plan durch die Zeit, sorgen in allen Perioden für Unordnung und ignorieren eigentlich grundsätzlich die Regeln des Zeitreisens – meistens zumindest. Aber wenn man so will, machen sie auch eine Wandlung durch. Denn in der Gegenwart müssen sie sich um ihre ausgeliehenen Zeit-Hoschis kümmern, sie davon abhalten, Unruhe zu stiften und die ganze Meute sogar aus dem Gefängnis befreien. In dieser Situation sind Bill und Ted gezwungen, vorausschauend zu handeln und einfach auch mal nachzudenken – und das klappt.

Bill und Ted sind zwei absolut sympathische Helden, mit denen man sich leicht identifizieren kann. Denn wer war nicht schon mal vor einer schier unlösbaren Aufgabe gestanden und musste diese um jeden Preis bewältigen? Klar, wir haben nicht alle eine Zeitmaschine, aber ihr wisst, was ich meine. Wenn Chaoten wie Bill und Ted alles schaffen können, dann können wir das auch! Und das ist die Lehre des Films, mehr oder weniger. Und: Fußball ist nicht der Bruder von Hannibal, kapiert? In diesem Sinne: Bunt ist das Dasein und granatenstark.

Schreibe einen Kommentar