Marius’ Filmreise: Oldboy (2003)


Oldboy

Übersicht
Kinostart (DE):
02.09.2004
Dauer:
120 Minuten
Genre:
Drama, Thriller
Regie:
Park-chan wook
Wertung
10 / 10

Kontext

Oldboy ist 2003 erschienen und basiert auf einem japanischen Manga.
Regisseur ist Park-Chan wook, Hauptdarsteller ist Choi Min-sik.
Der Film ist der zweite Teil in einer Trilogie, die das Thema Rache verbindet.
Der Film hat bei den 57. Filmfestspielen von Cannes den Großen Preis der Jury bekommen.

Südkoreanischer Film

Erfolgreichster Film: The Admiral – Roaring Currents
Südkoreanische Filme haben mehr als 50% Marktanteil im eigenen Land
Beliebte Quelle für Hollywood-Remakes (Oldboy erhielt beispielsweise 2013 ein Remake von Spike Lee mit Josh Brolin und Samuel L. Jackson in den Hauptrollen)

Für Fans von…

Kill Bill Vol.1&2, Fight Club

 

Zum Film

Ich hatte das Glück, Oldboy im Kino erleben zu dürfen. Als ich aus dem Kino kam, hieß es erst einmal tief durchatmen. Wir alle waren ziemlich verstört, wollten uns gar nicht mehr unterhalten. Ich sehe das einfach mal als gutes Zeichen! Als ich wieder zu Hause war, habe ich mir direkt die Steelbook-Edition des Films bestellt, da man ihn nirgends streamen kann und ich mir sicher war, dass ich ihn mir in den nächsten Tagen noch einige Male anschauen würde.

Nach dem dritten Durchlauf kann ich zumindest eins mit Sicherheit sagen: Oldboy ist… anders. In Reviews, die ich bis jetzt zum Film gelesen habe, wird er häufig als Rache-Märchen bezeichnet. Tatsächlich trifft das wirklich gut auf den Film zu (Gewalt-Oper tuts auch). Natürlich geht es im Film um mehr als nur stylisch inszenierte Gewalt, auch thematisch wird so einiges geboten.

Rache-Märchen finde ich aber so passend, weil ich in den harten, kompromisslosen Aufnahmen immer auch eine gewisse Schönheit gesehen habe. Der Drang wegzuschauen war häufig da, aber die reine Wucht der Bilder ließ mich nicht. Da wird ein lebender Calamari gegessen, in Nahaufnahme gefoltert, aber dann wird eben auch zu klassischer Musik formvollendet Yoga gemacht.

Apropos Musik: Der Soundtrack trägt fast den Hauptteil zu dieser seltsamen Schönheit bei. Ich habe mich vor ein paar Wochen mit einem großen Südkorea-Fan unterhalten, der mir gesagt hat, er besitze zwar keinen Schallplatten-Spieler, aber die Oldboy-Platte habe er sich für über 50 Euro gekauft um sie sich über das Bett zu hängen. Ich kann ihn verstehen.

Die Handlung ist fast genauso herrlich komponiert wie der Soundtrack. Ob ich das Ende verstanden habe, weiß ich nicht. Wirklich, als wir wieder in der Lage waren zu sprechen, hatte jeder nach dem Kinobesuch seine ganz eigene Sicht auf den Film. Noch eines dieser guten Zeichen.

Einzelne Szenen des Films werden mir für immer im Gedächtnis bleiben. Die Flur-Szene hätte gerne noch Stunden weitergehen können (Eine Großartige Hommage an diese Szene gibt es übrigens in der Daredevil-Serie). Einsame Ameisen können ja so faszinierend sein. Schaut euch den Film an.

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