Interview mit Daniel Chong – We Bare Bears: Der Film

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Daniel Chong ist der Erfinder der Cartoon Network Serie “We Bare Bears – Bären wie wir”. Er studierte Illustration an der Cal State Long Beach und am renommierten CalArts Institute. 2014 gewann er einen Annie Award für sein Storyboard zum Pixar TV-Special “Toy Story of Terror” und arbeitete an den bekannten Filmen “Alles steht Kopf”, “Cars 2” und “Bolt” mit. “We Bare Bears: Der Film” ist der fulminante Abschluss seiner animierten Hit-Serie.

Fangen wir ganz am Anfang an. Woher kam die Idee zur Serie?

Ich war mit der 7-jährigen Nichte meiner Freundin in der Bibliothek und wollte sie zum Lachen bringen. Ohne groß nachzudenken, kamen dabei die drei Bären heraus und sie fand das unglaublich witzig! Schon damals waren es ein Grizzlybär, ein Panda und ein Eisbär. Ich habe sie von Anfang an aufeinander stehend gemalt. Es war ganz intuitiv, eine einfache Spielerei und es ist verrückt, was letztendlich daraus geworden ist.

Warum hast du Bären als Hauptfiguren gewählt?

Bären haben etwas sehr Menschliches an sich, wenn sie auf den Hinterbeinen stehen. Sie verhalten sich auch manchmal wie Menschen. Im Kern handelt die Geschichte von drei Brüdern, die sich gegenseitig gefunden haben. Es kommt vor, dass man mit Menschen aufwächst, mit denen man nicht wirklich viel gemeinsam hat. Dann begibt man sich selbst auf die Suche, um eine eigene Familie zu finden. Das mussten auch die Bären tun. Sie waren Waisen, haben sich aber auf dem Weg gefunden und gemerkt, dass sie gemeinsam stärker sind.

Erzähl uns etwas über den Film.

Wir wollten die Bären auf die Probe stellen, indem wir sie in eine Situation bringen, die ihr Band als Brüder auf die Probe stellt. Sie fragen sich selbst: Wir sehen nicht mal gleich aus, warum nennen wir uns überhaupt Brüder? Außerdem wollten wir herausfinden, warum die Bären unter Menschen leben, wie das überhaupt passiert ist und warum es für alle normal ist. Wir benutzen es auch als Metapher für Rassismus und wie Menschen behandelt werden, die anders aussehen. Das war immer die DNA der Serie.

Wie unterscheidet sich der Film von der Serie?

Die Einsätze sind höher und das Abenteuer größer. In einem Film kann man viel mehr Emotionen zeigen als in einer einzelnen Episode. Er kann nicht so aufgebaut werden wie eine Folge die endet und dann folgt die nächste, die wieder bei Null ansetzt. In einem Film muss sich die Welt entwickeln und verändern. Das sind ein paar kleine Unterschiede, aber im Grunde sollte sich der Film trotzdem noch nach der Serie anfühlen.

Was ist die Message des Films?

Ich selbst gehöre in Amerika einer Minderheit an und die Bären waren immer eine Spiegelung davon, wie ich mich dort als Außenseiter fühle. Die grundsätzliche Idee war, dass jeder nach Empathie sucht und irgendwie reinpassen will. Es ist gerade für Kinder wichtig das zu sehen, um zu anständigen Erwachsenen zu werden. Das lag unserem Team sehr am Herzen und wir wollten unbedingt darüber sprechen.

Wie sah der Entstehungs-Prozess des Films aus?

Es war so ähnlich, wie die Serie zu machen, bei der wir Folgen grob skizzieren, aber noch nicht den ganzen Dialog schreiben. Dann geben wir es den Zeichnern und die setzen ihren Stempel drauf. Sie verbinden die Bilder mit dem Text und das macht den besonderen improvisierten Aspekt der Serie aus. Zum Beispiel gab es eine große Naturkatastrophe im Film und viele Actionszenen, als die Bären den Bösewicht bekämpfen. Solche Sachen sind schwierig zu schreiben, gemeinsam mit den Zeichnern daran zu arbeiten macht die Geschichte dann fließender und natürlich.

Zum Abschluss: Mit welchem Bär identifizierst du dich am meisten?

Sie sind alle ich! Ich bin Grizz, wenn ich die Serie manage und ein Anführer sein muss. Panda ist mir wohl am ähnlichsten, eher zurückgezogen wie die meisten kreativen Menschen.Wie sehr wir auch Grizz oder Eisbär sein wollen, sind wir doch alle Pandas! Ich bin wie Eisbär, wenn ich mit meiner Familie zusammen bin. Dort bin ich der Jüngste und verhalte mich dann manchmal wie der Spinner im Raum. Alle drei sind Versionen von mir, aber mit Panda verbindet mich wohl am meisten. Er hat sogar auch alle meine Allergien und mein Asthma geerbt. Armer Kerl!

Vielen Dank für das Gespräch!

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