IMDb Top 250: Platz 8 – Pulp Fiction (1994)


Pulp Fiction

Übersicht
Kinostart (DE):
03.11.1994
Dauer:
154 Minuten
Genre:
Action, Drama, Thriller
Regie:
Quentin Tarantino
Wertung
8 / 10

Meine Vergangenheit mit “Pulp Fiction” war bisher nicht besonders gut. Ich habe den Film bereits ein oder zweimal gesehen, aber es hat bisher nie so richtig “Klick” gemacht. Jetzt Jahre spĂ€ter versuche ich es erneut. Mal sehen wie es mit Tarantinos bestbewerteten Film jetzt lĂ€uft:

Die Handlung in einem Satz: Kriminelle machen Kriminelles und sagen coole Sachen.

GrundsĂ€tzlich mĂŒsste ich den Film lieben. Ich mag “Pulp” Romane, sowohl Ă€ltere, als auch neuere BĂŒcher dieser Art. Ich habe auch kein grundsĂ€tzliches Problem mit Quentin Tarantino Filmen. “Death Proof” hat mir wahrlich nicht zugesagt, aber davon abgesehen, gefallen mir seine Filme ganz gut. Er ist sicher nicht mein Lieblingsregisseur oder -drehbuchautor, aber ich hasse ihn auch nicht. Manchmal könnte man ja im Internet fast meinen, dass man ihn entweder hassen oder lieben muss und nichts dazwischen ĂŒberhaupt möglich ist.

Auch Dialogfilme sind eigentlich mein Metier. Ich liebe so viele Filme, die auf TheaterstĂŒcken basieren, dass mir eigentlich auch Tarantinos (scheinbar) bestes Werk gefallen mĂŒsste. Und bei der dritten Sichtung muss ich zugeben, dass es das auch tat. Ich war allerdings erneut nicht begeistert. Mich stört nicht, dass der Film teilweise ziemlich langsam vor sich hin plĂ€tschert, denn die Dialoge waren eigentlich relativ unterhaltsam. Ich fand allerdings die Figuren einfach nicht besonders ansprechend. Klar, die schauspielerischen Leistungen sind auf sehr hohem Niveau. Das kann man bei dieser tollen Besetzungen auch erwarten und die Schauspieler hatten wahrlich Spaß an ihren Rollen. Anders ist es auch kaum zu erklĂ€ren, dass ein Film mit einem acht Millionen Dollar Budget eine derartige Vielzahl an Hollywoodstars gewinnen konnte.

Nichtsdestotrotz waren mir die Charaktere an sich nicht besonders sympathisch. Das ist kein Film ĂŒber die “Teletubbies” sondern ĂŒber Kriminelle, das ist mir klar. Deswegen mĂŒssen auch nicht alle Figuren liebenswert und putzig sein, aber trotzdem wirkten sie auf mich oft nur ĂŒbertrieben “cool”. Das mag der Charme des Films sein und der Grund, warum er so viele Hardcore-Fans hat, aber ich fand es manchmal ein wenig befremdlich.

So ist mir dann auch oft egal gewesen, welchem Charaktere welches schlimme Übel widerfĂ€hrt, weil ich einfach kein StĂŒck mitleiden konnte. Ich schaute gern zu und manche Szenen haben mich sogar gepackt, aber richtige Empathie wollte sich bei mir nicht einstellen.

Überraschend ist fĂŒr mich auch, dass ein Film, der teilweise relativ langsam und ruhig ist, so populĂ€r ist. Damit meine ich nicht nur die sehr hohe IMDb Platzierung, sondern auch die allgemein Anerkennung, die “Pulp Fiction” sowohl von Kritikern als auch Filmfans in aller Welt bekommt.  

Die hohe Platzierung geht fĂŒr mich deswegen auch in Ordnung. In meiner Top 10 wĂ€re er sicher nicht, aber das wĂ€ren die anderen neun vermutlich auch nicht. Ich bin jedoch glĂŒcklich darĂŒber, dass Tarantino bereits seit mehreren Jahrzehnten sein Ding durchzieht und Filme dreht, die sehr weit entfernt des Mainstreams sind, aber trotzdem riesige Aufmerksamkeit bekommen. Das ist vor Allem in der heutigen Zeit, in der fast nur noch Remakes und Superheldenfilme von der Hollywood-Maschine gehypt werden, eine angenehme Abwechslung.

Interessante Trivia: Wer schon mal gesehen hat, welche Schauspieler alles Rollen in “Pulp Fiction” spielen wollten oder sollten, weiß, dass die Liste riesig ist. Aber nichts hat mich so ĂŒberrascht wie die Tatsache, dass Daniel Day-Lewis Vincent Vega sein wollte. So exzessiv wie Day-Lewis sich immer in seine Filmrollen hinein versetzt, können die Bewohner von LA wohl von GlĂŒck reden, dass er die Rolle nicht bekommen hat.

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