IMDb Top 250: Platz 76 – Reservoir Dogs (1992)


Reservoir Dogs - Wilde Hunde

Übersicht
Kinostart (DE):
10.09.1992
Dauer:
99 Minuten
Genre:
Action, Drama
Regie:
Quentin Tarantino
Wertung
8 / 10

Neues Jahr, neue Webseite und auch sonst hatte ich in letzter Zeit viele Ausreden… äh, gute Gründe, warum ich meine Reihe pausieren musste. Aber jetzt bin ich zurück! Und wie ich zurück bin… mit Quentin Tarantinos erster Regiearbeit und mit seinem vielleicht besten Film?!? Reservoir Dogs – Wilde Hunde. Was für ein deutscher Zusatztitel – ein Traum.  

Die Handlung in einem Satz: Ein Juwelenraub geht nach hinten los.

Heutzutage ist Quentin Tarantino jedem Filmfan ein Begriff, doch 1992 bei seinem ersten Film kannten ihn nur Insider. Über Verbindungen schaffte es Tarantino jedoch eine ziemlich starke Besetzung für seinen Low-Budget-Film (knapp über einer Millionen US-Dollar) zusammen zu trommeln. Und wie stellte sich Tarantino der Filmwelt vor? Mit einer Szene, in der sich, für den Zuschauer bis dahin völlig unbekannte, Charaktere über Trinkgeld und Madonnas “Like A Virgin” unterhalten. Ein mutiger Anfang für einen unbekannten Neu-Regisseur und -Drehbuchautor.

Heutzutage weiß man sicherlich, dass Tarantinos Filme von langen Monologen und Dialogen leben, damals natürlich noch nicht. Aber auch heute, gibt es sicher Leute, die bei diesem Film vielleicht einen spannenden Action-Thriller um einen Raubüberfall vermuten. Spannend und unterhaltsam ist der Film tatsächlich, aber besonders viel Action gibt es aufgrund des geringen Budgets nicht. Der Großteil des Films spielt an einem Standort und so ist der Film mehr Kammerspiel als Action-Feuerwerk.

Tarantino-typisch gibt es einen bunt zusammengewürfelten Soundtrack, der viele Musikrichtungen umfasst und hervorragend in den Film passt. Man kann von Tarantino halten was man will, aber er hat seinem Zielpublikum (und das sind meistens eher jüngere Männer) einen Haufen fremder Musik durch seine Filme nahe gebracht.

Die Highlights des Films bleiben aber natürlich die gesprochenen Zeilen und die Schauspieler, die eben diese Zeilen sprechen. Tarantino selber, als Mr. Brown, darf sich an dem Madonna-Monolog probieren und macht seine Aufgabe richtig gut. Trotzdem kennt er seine Limitierungen, sodass der Rest von den erfahrenen Schauspielern gesprochen wird. Besonders charismatisch finde ich Michael Madsen alias Mr Blonde, der leider abseits seiner Rollen in “Tarantino-Filmen” bisher eine ziemlich enttäuschende Karriere als Schauspieler sein Eigen nennen muss. Aber auch die immer großartigen Steve Buscemi, Tim Roth und Harvey Keitel spielen ihre Rollen perfekt.

Ist dieser dialoglastige, kleine Film Quentin Tarantinos bester Streifen? So weit würde ich nicht gehen, aber ich habe mir vorgenommen seine weiteren Filme (zumindest alle aus der IMDb Top 250) in den kommenden Wochen anzusehen, um ein endgültiges Urteil zu fällen. Ich kenne sie zwar alle längst, aber habe sie noch nie “Back-to-Back” angesehen. Man darf also gespannt bleiben.

Für sich genommen ist “Reservoir Dogs” ein interessanter, kurzweiliger Film, den man immer mal ansehen kann und der durch viele witzige Zeilen und gute Musik einfach gute Laune macht, aber er ist kein Film, an den man noch Tage später denkt.

Interessante Trivia: Madonna mochte den Film, erklärte aber, dass Tarantinos Interpretation zu “Like A Virgin” falsch sei. “It’s not about dick, it’s about love.”

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