IMDb Top 250: Platz 179 – Wild Tales (2014)


Wild Tales

Übersicht
Kinostart (DE):
08.01.2015
Dauer:
122 Minuten
Genre:
Action, Komödie
Regie:
Damian Szifron
Wertung
9 / 10

Der vielleicht einzigartigste “Film” in den IMDb Top 250 ist “Wild Tales” von Damian Szifron. Das liegt daran, dass es ein Episodenfilm ist, deren einzelne Geschichten nichts miteinander zu tun haben – bis auf eines: Rache! Oh, welch glorreiche Rache!

Die Handlung in einem Satz: Sei immer nett zu deinen Mitmenschen, sie könnten sonst vor Wut platzen!

Wo soll ich anfangen? Die sechs Kurzfilme laufen nacheinander. Da es ein argentinischer Film ist, kennt man so gut wie keinen Schauspieler. Mir war selber nur ein einziger Darsteller aus einem anderen Film bekannt, alle anderen habe ich vermutlich noch nie gesehen. Trotzdem spielen alle ihre Rollen toll und glaubhaft.

Aber ich schweife ab. “Wild Tales” beginnt phänomenal. Der erste Kurzfilm ist der kürzeste und vielleicht auch beste. Nach dieser Episode weiß jeder Zuschauer, ob er den Film mögen wird oder ob ihm diese Art von Humor zu dunkel und vielleicht sogar viel zu geschmacklos erscheint.

Deswegen würde ich den Oscar-nominierten Film auch nicht einfach so weiterempfehlen. Es gibt Leute, die werden ihn lieben und es gibt Personen, die den Film ekelhaft und geschmacklos finden werden.

Die Handlung dreht sich um Charaktere, denen (ihrer Meinung nach) unrecht widerfahren ist. Das geht von einem abgeschleppten Auto, über das Fremdgehen des Partners bis zu etwas scheinbar Harmlosem wie eine Beleidigung nach einem Überholmanöver. Daraufhin arten die Episoden komplett aus, ohne dabei komplett unrealistisch zu sein. Ich würde zwar heute wie keine der Personen reagieren, aber ich habe heute auch einen guten Tag. Kann ich allerdings garantieren, dass ich an meinem beschissensten Tag nicht vielleicht komplett ausrasten und etwas unberechenbares tun würde? Kann das irgendjemand garantieren?

“Wild Tales” zeigt Personen in Extremsituationen, deren Auslöser häufiger (nicht immer, aber meistens) relativ normale Umstände sind. Man kann sich also meistens in die Figuren hineindenken, auch wenn man vielleicht gar nicht so reagieren würde. Man hat zumindest Mitgefühl.

Ein weiterer Vorteil am Filmkonzept ist, dass man nicht jede einzelne Geschichte mögen muss, um den Film zu genießen. Sobald man merkt, dass man eine Episode nicht mag oder langweilig findet, ist sie schon wieder vorbei und es beginnt eine komplette andere Geschichte.

Deswegen empfehle ich allen Freunden des dunklen Humors hier mal reinzuschauen. Ihr wisst spätestens nach fünf Minuten, ob euch der Film gefallen wird.

Interessante Trivia: “Wild Tales” ist FSK12. Ich halte das ganze System ja echt für unnötig, aber das ist eine andere Diskussion. Aber FSK12? Ernsthaft? Der Film ist voller Gewalt, Blut, Ermordungen, Sexszenen, Beleidigungen und ein Charakter kackt auf ein Auto! Ok, ok, dafür gibt es keine weibliche Brust zu sehen, deswegen vermutlich FSK12. Hab’s kapiert, macht Sinn.

Schreibe einen Kommentar

Ich akzeptiere