IMDb Top 250: Platz 1 – The Shawshank Redemption “Die Verurteilten” (1994)


©Columbia Pictures

Die absolute Nummer 1 der IMDb Liste. Eine 9,3 von 10 Wertung bei über zwei Millionen Votes. Damit also der beste Film aller Zeiten. So könnte man zumindest meinen. Aber ist er das wirklich? Kann er das überhaupt sein?

Die Handlung in einem Satz: Zwei Männer freunden sich im Gefängnis an. 

Shawshank Redemption (“Die Verurteilten”) basiert auf einer Geschichte von Stephen King. Im Vergleich zu den meisten Romanen von King gibt es hier keinerlei übernatürliche Elemente. Es ist nur die gemütlich erzählte Geschichte von zwei Sträflingen, die Jahrzehnte in einem Gefängnis absitzen müssen.

Ich denke nicht, dass “Die Verurteilten” der absolute Lieblingsfilm von besonders vielen Leuten ist. “Der Pate”, die “Star Wars”-Filme, “Fight Club”, die “Herr der Ringe”-Trilogie und was sich auch sonst noch so auf den vorderen Plätzen findet, haben sicher deutlich mehr Hardcore Fans, dafür aber auch viel mehr “Hater”. “Die Verurteilten” ist dagegen ein Film, den einfach jeder mag. Es gibt nichts, woran man sich wirklich stören könnte. Wenn überhaupt könnte der Film nur einen “Backlash” erhalten, weil er eben die Nummer 1 der IMDb Liste ist und manche Filmfans deswegen ein Problem damit haben, weil er damit ihrem persönlichen Lieblingsfilm die Topplatzierung klaut.

Grundsätzlich tut “Die Verurteilten” niemandem weh. Er ist kein Film, der irgendwen ausgrenzt, der eine politische Haltung vertritt, die außergewöhnlich ist und er ist auch nicht Teil eines Genres, welches Antifans besitzt, die grundsätzlich gar nichts damit anfangen können wie zum Beispiel bei Western oder Science Fiction Filmen.

Mir persönlich gefällt “Die Verurteilten” sehr gut, aber ich habe grundsätzlich ein Schwäche für Gefängnisfilme. Die Schauspieler machen alle ihren Job super. Bis auf Tim Robbins und Morgan Freeman sind die meisten Rollen eher unbekannt besetzt. Das ein oder andere Gesicht kennt man als Film- und Serienfreak vielleicht, aber wirkliche Stars sind nicht in den Nebenrollen zu sehen.

Der Regisseur Frank Darabont taucht trotz Platz 1 auf dieser Liste nie in irgendwelchen Listen zu den besten Regisseuren aller Zeiten auf. Zurecht. Er macht nichts falsch, aber so viel konnte man bei diesem Drehbuch auch nicht falsch machen. Überhaupt hat er eine sehr interessante Karriere. Mit “The Green Mile” hat er einen weiteren extrem beliebten Gefängnisfilm, der auf einer Geschichte von Stephen King basiert, gedreht. Seine zwei anderen Kinofilme “The Mist” aus dem Jahr 2007 (auch nach einem Stephen King Roman)  und “The Majestic” waren eher Flops. Zudem war er der ursprüngliche Schöpfer von “The Walking Dead” verabschiedete sich aber bereits relativ früh wieder. Er hat also ein paar ganz interessante Werke in seiner Filmographie, aber ich bleibe dabei, dass er jetzt kein großer Meister seiner Zunft ist.

Vielleicht hilft genau das dem Film. Darabont weiß, dass er kein Kubrick ist und deswegen versucht er auch nicht durch außergewöhnliche Techniken dem Film seinen Stempel aufzudrücken. Das hat “Die Verurteilten” auch gar nicht nötig. Er entschleunigt alles, lässt den Zuschauer zur Ruhe kommen und sorgt dafür, dass man fast 2,5h alles um sich herum vergisst und einfach nur mit Red und Andy mitfiebert.

“Die Verurteilten” ist nicht der außergewöhnlichste Film aller Zeiten, nicht der lustigste, nicht der mit den besten Effekten, nicht der brillanteste, aber er macht alles ziemlich klasse und hat so gut wie keine Schwächen, wodurch er zwar keine aufregende Nummer 1 ist, aber eine akzeptable Kompromisslösung mit der sich sicherlich viele Filmfans anfreunden können.

Trivia: Der Film floppte im Kino und spielte nur 18 Millionen US-Dollar ein. 


1 Kommentar

  1. Eine relativ launige, herablassende Beurteilung, die der Genialität des Films nicht gerecht wird. Er wäre auch nicht meine Nr. 1, aber nur deswegen, weil es keine echte Nr. 1 geben kann – zu unterschiedlich sind Genres und Ansätze. Ihn als harmlos und nett zu bezeichnen, wirkt schon fast verzweifelt. Vielleicht gefällt er deswegen so vielen Menschen, weil er die gleiche emotionale Wirkung erzielt wie die anderen im Text genannten Filme – aber das ganz ohne künstliche Aufgeregtheit und Special Effects. Ganz sicher ist “Shawshank” keine “Kompromisslösung” – und schon aus Widerwillen gegen diese halbgare Klassifizierung kommt er bei mir persönlich noch höher auf die Liste. Vielleicht sogar auf die Nr. 1.

Schreibe einen Kommentar

Ich akzeptiere