Um die Entstehungsgeschichte des Blockbuster-Franchises ringen sich zahlreiche Geschichten.

Eigentlich wollte der leidenschaftliche Filmfan George Lucas ja eine Verfilmung des Pulp Fiction-Kinoserials „Flash Gordon“ machen. Jedoch wurden ihm die Rechte dazu verweigert. Darum machte er seine eigene Version, seinen Krieg der Sterne. Referenzen wie die Anfangstitel, die in die Unendlichkeit des Universums zu fliegen scheinen, zeugen noch von diesem Vorbild.

Star Wars ist eine Weltraumoper. Das Genre wird schon im Titel verraten. Es erzählt von Prinzessinnen, Rittern, Halunken und bösen Imperien, und es verwendet sein intergalaktisches Setting für mehr Epik.

George Lucas die Idee zu einer 15-teiligen Saga gehabt haben, die er dann in weiterer Folge verkürzt hat, erst zu 12, dann zu 9, und schließlich zu 6 Filmen. Der erste Satz der 1972 handgeschriebenen Outline lautete wie folgt: „This is the story of Mace Windy, a revered Jedi-bendu of Ophuchi, as related to us by C.J. Thorpe, padawan learner to the famed Jedi.“ 1973/ 74 verbrachte Autonarr und Jungfilmemacher Lucas damit, das Drehbuch zu schreiben. Fast alle Studios lehnten ab, außer 20th Century Fox. Ebenso lehnten alle VFX-Studios ab mit der Begründung, dass die Effekte hierfür zu teuer gewesen seien In einem cleveren Marketing-Zug verzichtete Lucas auf 40% seines Gehalts als Regisseur/ Drehbuchautor, um sich Merchandise-Rechte zu sichern, ein Grundpfeiler seines heutigen Vermögens.

Der Editor als Filmautor

Aber so sehr man Lucas und seine Qualitäten als Geschäftsmann schätzen kann, so sollte – nein, muss – man unbedingt seine damalige Frau Marcia Lucas nennen. Sie bildete zusammen mit Paul Hirsch und Richard Chew das Editing-Team des Filmes. Es heißt, ein Film werde dreimal geschrieben: Zuerst als Drehbuch, danach am Set beim Dreh, und zuletzt in der Post. George Lucas hielt im Februar 1977 ein Privatscreening für befreundete Filmemacher*innen, um ihnen eine Rohfassung von „Krieg der Sterne“ zu zeigen, mitsamt unfertigen Effekten und Ton-Nachbearbeitung, Stock Footage aus Kriegsfilmen und ähnlichem. Darunter waren auch Steven Spielberg und Brian DePalma. Die Reaktionen waren sehr verhalten. DePalma soll sogar gemeint haben, dass der Film keinen Sinn ergebe.

Marcia Lucas und ihre Kollegen machten sich also daran, den Film komplett umzustrukturieren. Wie das von statten ging, und was verändert wurde, könnt ihr im beiliegenden Youtube-Video sehen. Vor allem der erste Akt wurde überarbeitet. Szenen, in denen Luke Skywalker eingeführt wurde und mit seinem Freund Biggs redet, wurden gestrichen. Nicht einmal in der Special Edition oder späteren Editionen wurden diese Szenen wieder eingebaut. Ebenso wurde die Szenenreihenfolge einiger Sequenzen geändert, damit die Geschichte dynamischer wird.

 

YouTube video

„There is another Trilogy“

Natürlich gibt es zahlreiche Anekdoten darum, warum Lucas seine Filmreihe mit dem vierten Teil begann. Was er selbst gern erzählte, war, dass die Technologie für die Prequels noch nicht da war. Darum gründete er sein eigens VFX-Studio, Industrial light & Magic. Und es wurde eines der erfolgreichsten Effekte-Studios aller Zeiten. Vermutlich aber wollte er, dass seine Filmreihe mehr an die alten Serials erinnern sollten, und mittendrin beginnen. Dazu muss man auch noch sagen, dass „Episode IV“ damals nur „Krieg der Sterne“ geheißen hat, und erst nach Rerelease 1981 den neuen Namen getragen hat.

Es war definitiv noch nicht alles durchgeplant, Lucas änderte seine Pläne oft während Fortsetzungen. So sollten statt den Ewoks ursprünglich die Wookies auftauchen, doch budgetäre Gründe verhinderten dies. Weiters sollte Leia NICHT Lukes Schwester sein. Das Mysterium um den weiteren Skywalker hätte ursprünglich in die nachfolgende Trilogie getragen werden sollen. Während der Produktion jedoch entschied Lucas, dass es vorerst doch nur drei Teile sein sollten.

Natürlich gäbe es noch viel mehr zu Star Wars zu sagen. Aber stattdessen könnte man auch sich die DVD oder BluRay einlegen, sich entspannt zurücklhnen, und die Trilogie genießen. May the Fourth Be with you.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Filmzeugs_official (@filmzeugs_official)

 

By Bernhard

Seit frühester Kindheit ein Fan und Liebhaber von Filmen und Serien jedweder Art, setzt Bernhard alles daran, um sein Wissen und seine Fähigkeiten in diesem Metier zu vergrößern und zu verfeinern. Als wandelndes Filmlexikon zieht der Österreicher durch die Lande, um den Menschen Neuigkeiten über das cineastische Treiben kundzutun.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.