Bernhard Revisiting Retold Stuff: The (not so) Amazing Spider-Man

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Spider-Man, Spider-Man, does whatever a spider can…

Spider-Man ist ein Box-Office-Magnet. Die Filme um den Wandkrabbler spielten hunderte Millionen Dollar ein, auch wenn die Qualität nicht immer dafür stand. Gerade Marc Webbs zwei Reboot-Filme sind bei den Fans nicht unbedingt beliebt. Grund genug, sie uns genauer anzusehen.

Wie kamen wir hierhin?

Man sollte doch meinen, dass man einem Regisseur wie Raimi nach dem Erfolg der ersten beiden Spidey-Filme freien Lauf gelassen wird. Doch nope, ihm wurde die Figur Venom aufgezwungen, wodurch „Spider-Man 3“ sehr überladen war (ich finde ihn trotzdem gut, aber das ist eine andere Geschichte). Hat das Studio daraus eine Lehre gezogen? Nein, denn auch in der Pre-Production von „Spider-Man 4“ kam es zu erheblichen Differenzen zwischen Raimi und dem Studio, wodurch der Regisseur schließlich seinen Hut nahm. Die Stars Tobey Maguire und Kirsten Dunst folgten ihm.  Man hätte mit einem neuen Cast natürlich die Reihe fortsetzen können, jedoch entschied sich Sony in Zeiten des aufkeimenden MCU für eine Reboot. Und so ward „The Amazing Spider-Man“ geboren.

Casting-Glück

Mit dem Casting hatten sie enormes Glück. Andrew Garfield spielt einen tollen, geplagten Peter Parker. Auch als Spider-Man erlaubt er sich auch mehr dumme Sprüche als es Maguire tat. Emma Stone ist als Gwen Stacy mehr als ein Love Interest, das wird insofern auch deutlich, als dass sie im ersten Teil nie gerettet werden muss. Die Chemie zwischen den beiden ist genau getroffen. Rhys Ifans ist als Dr. Connors in der ersten Hälfte eine positive weitere Vaterfigur für Peter. Als Echse ist er nur leider eindimensional. Einzig abwesend sind J. Jonah Jameson, weil niemand an die Performance von J.K Simmons rankommen könnte, und Norman Osborn. Der darf nur als wortwörtliche Schattenfigur auftreten.

Dark & Gritty like Spider-Man

Zwei Worte, die man eher nicht mit der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft assoziiert. Aber genau das war der Ansatz des ersten Teiles des Reboots. Der Teaser-Trailer versprach eine düstere Atmosphäre im Spidey-Universum. Erstmals kamen Peters Eltern vor, und deren Tod sollte ein weitreichendes Mysterium für den Titelhelden darstellen. Ebenso bleibt der Tod von Ben Parker ungelöst. Spider-Man ist auch viel mehr nachts unterwegs als noch zu Raimi-Zeiten. Und die Polizei, allen voran Captain Stacy (Dennis Leary) jagt ihn. Das Kostüm ist dunkler, und hat nun weitaus mehr Blau-Anteile. Allerdings finde ich, dass es das best-aussehende Kostüm des Helden ist.  Ironischerweise ist es aber trotzdem die Teenie-Romanze, die Webb besser hinkriegt als den (düsteren) Superhelden-Aspekt. Die erste Hälfte des Filmes ist wirklich gut gemacht. Leider wird es ab dem Zeitpunkt, an dem Conners zur Echse wird, deutlich schwächer und inkonsistenter. Eine wichtige Figur wurde nach dem ersten Kampf gegen den Schurken einfach fallen gelassen, und kommt nicht mehr vor. Dabei war sie bedeutend für das zentrale Mysterium um Peters Eltern, und Conners Figuren-Entwicklung. Aber das Studio wollte die Auflösung noch weiter hinauszögern.

Die Fortsetzung – ein Clusterf***

Zwei Jahre später kam dann die Fortsetzung heraus, und die ist überall unbeliebt. (ich finde ihn durchwegs ok) Das Problem ist hierbei, dass noch viel mehr in einen Film hineingesteckt wurde, und somit er, ähnlich wie „Spider-Man 3“, völlig überladen war. Es ist die Antithese zu Webbs ersten Spider-Man-Film. Das Kostüm ist nun wieder anders, diesmal geht es in Margenta-Farben, und die Augengläser sind größer. Alles in allem ist es ein hässliches Kostüm. Spider-Man bekommt es diesmal mit einem penetranten Fan (Jamie Foxx) zu tun, der zum Energiewesen Elektro wird. Dazu kommen der russische Gangster Rhino, und auch Harry Osborn „kehrt zurück“, um als Grüner Kobold Spidey am Ende das Leben schwer zu machen. Neben einem „Cameo“ von Chris Cooper als Norman Osborn erfahren wir auch endlich, was es mit Peters Eltern auf sich hat. Wodurch der Film aber besticht, ist Peters Menschlichkeit. Wieder sind es die zwischenmenschlichen Probleme zwischen ihm und Gwen, die das Herz des Filmes ausmachen.

„You lied to us“

Die Wahrheit ist, dass Sony keinen Plan hatte, was sie mit ihrem Spider-Man Cinematic Universe machen wollten. Webbs Spider-Man Reihe war nicht durchdacht. Davon zeugen die zahlreichen Änderungen in den beiden Filmen. Ein gutes Beispiel sind die Trailer zum zweiten Teil, die eine andere Geschichte versprechen. So hätte weitaus mehr der Fokus auf Peters Eltern gelegen, und Norman Osborn hätte nicht nur einen Cameo gehabt, sondern hätte mit Harry gegen Peter konspiriert. Auch Mary Jane wäre vorgestellt worden, doch Shailene Woodleys Szenen wurden allesamt herausgeschnitten. Ein alternatives Ende zeigt, dass Peters Vater doch noch am Leben ist, und den gebrochenen Protagonisten zu neuem Heldenmut anspornt. Zum Schluss wurden die Sinister Six angeteasert (Dock Ock, Vulture, Scorpion, Rhino plus mehr), der geplante Spin-Of-Film (eine Art Suicide Squad im Spider-Verse) sollte aber nie kommen.

Into the Unknown Spider-Verse

Gerne hätte ich gesehen, wie diese Spider-Man-Reihe fortgesetzt worden wäre. Doch als Andrew Garfield wegen eines Jetlags vom Sony-Chef gefeuert wurde, hat sich das Studio mit Marvel zusammengetan, und den MCU-Spider-Man geschaffen. Trotzdem bekamen wir noch einen der besten Spider-Man-Filme mit dem Animationsfilm „Into the Spider-Verse“. Währenddessen war auch “Venom” sehr erfolgreich, Tom Hollands Ewig-Teenie-Spinne bekommt nach BTS-Drama doch einen dritten Teil, und wir kriegen mit „Morbius“ einen “Horror”-Film, der sowohl im Sony-Verse als auch im MCU zu spielen scheint. Die Spinne ist nicht tot zukriegen.

Nächstes Mal erleben wir den Amerikanischen Bürgerkrieg aus der Ferne.

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