Bernhard Revisiting Retold Stuff: Heroes in a half-reboot – Die Teenage Mutant Ninja Turtles

0

Die Turtles sind ein Pop-Phänomen. Die Comicfiguren, nicht die Band, wobei, die waren ebenfalls gut. Nein, aber wir sprechen heute über die Teenage Mutant Ninja Turtles. Geschaffen von Kevin Eastman und Peter Laird in den Mit-Achzigern, waren die vier Helden ursprünglich als dunkle Parodie auf Superhelden angedacht. Und sie sind anundfürsich mit Marvels Daredevil verbunden, aber das ist eine andere Geschichte. Insgesamt Kinofilme, 5 Fernsehserien und ein TV-Special (und nein, wir zählen die Konzertspecials nicht dazu) gibt es um die reptilischen Helden. Zwei der Filme sehen wir uns heute genauer an.

Es schlägt 13 für die Turtles

Der erste der besprochenen Filme stammt aus dem Jahr 2007. Der Computer-animierte Kinderfilm, der einfach nur „TMNT“ betitelt ist, erzählt eine komplett eigenständige Geschichte: Milliardär Winters (OV: Patrick Stewart) ist eigentlich ein unsterblicher Kriegsherr, der den Foot Clan unter Führung von Karai (Zhang Ziyi) anheuert, um 13 interdimensionale Monster zu finden. Die benötigt er, um ein Portal in die Welt der Monster zu öffnen. Doch die Rechnung hat er ohne die vier Schildkröten-Brüder gemacht, die New York beschützen. Wenn diese nur mal ihre Reibereien lassen würden.

Ein Reboot-Sequel?

Es ist ein eigenständiger Film, und irgendwie auch nicht. Regisseur Kevin Munroe hat etwas beinahe Unmögliches versucht: Er hat seinen Film sowohl zu einer Fortsetzung der Live-Action-Trilogie aus den Neunzigern gemacht, als auch versucht, den Film den Zuschauern des Serienreboots von 2003 zugänglich zu machen. In den Filmen war Shredder besiegt und auch das Geheimnis der Ooze gelöst. Sowohl Shredders übergroßer Helm als auch der zerbrochene TCRI-Kannister befinden sich in der Trophäensammlung der Turtles. April erwähnt auch eine Japan-Reise, eine Referenz auf den überaus schlechten dritten Film der Reihe. Das Zepter der Zeit ist auch zu sehen. In der zweiten Animationsserie kommt erstmals Shredders Ziehtochter Karai vor, die im Film den Foot-Clan anführt.  Der Film ist auch gerade in einer Produktionspause während der vierten Staffel rausgekommen. Es war geplant, zwei weitere Teile zu machen, doch leider wurde daraus nichts.

Der Live-Action-Reboot: Total Bayhem

Schlussendlich hat sich Michael Bay der Turtles angenommen. Zwar führte er nicht selber Regie, sondern Jonathan Liebesman, aber als Produzent drückte er dem Film seinen Stempel auf, und wollte einen Transformers-Klon machen. Zunächst war es angedacht, dass die Turtles Aliens gewesen wären, die vom fiesen Militärkommandant Shrader (get it?) gejagt werden. Durch den Fan-Backlash entschied man sich für eine konventionellere Adaption der Comichelden. Die Helden wurden mittels Motion Capture-Schauspielern hergestellt. Das neue Design der Schildkröten war sehr gewöhnungsbedürftig, aber ok. „So, they are aliens?,“ fragt Will Arnetts Verne seine Kollegin April O’Neill (Megan Fox). „No, that is stupid. They are reptiles“ Eine direkter Kommentar auf den Fan-Backlash.

It’s Backlash-Time

Doch auch beim konventionellen Turtles-Film drohte ein Backlash: William Fichtner, einer von Bays Go-to-Schauspielern, hätte Oberbösewicht Shredder spielen sollen. Das Whitewashing von Oroku Saki als Eric Sacks wäre nicht gut angenommen worden, darum wurde ein echter japanischer Schauspieler für die Rolle während der Dreharbeiten angeheuert. Das Gesicht ständig im Schatten, hat er dann den CGI-Shredder verkörpert. Und jetzt kommt eine unpopuläre Meinung: Ich hätte mich auf Fichtners Darstellung der Figur gefreut. Oh, er ist natürlich immer noch mit dabei, halt nur als Eric Sachs und nicht als Shredder. Stattdessen ist er ein reicher Kerl, der noch reicher werden will. Trotzdem wäre die Backstory für seinen Shredder nach wie vor vorhanden.

Passwort: Familie

Bays Regie-Schüler Liebesman setzt Furzwitze ein, ist sexistisch, präsentiert Megan Fox in möglichst sexy Posen, und macht das Konzept der Turtles mehrmals lächerlich. Dennoch ist der Film nicht so schlecht wie man meinen würde. Der Kernfokus liegt auf Familie, und die Dynamik der Brüder untereinander ist großartig. Sie streiten sich, benehmen sich aber auch sonst wie richtige Teenager, nehmen alles locker, können aber auch ernst sein. So sollen die Turtles sein. Ein Highlight ist die kurze Aufzugfahrt vor dem CGI-geladenen Showdown gegen Shredder, als die Brüder sich musikalisch entspannen, bevor der Ernst losgeht.

Referenzen

Es gibt auch eine Referenz an die ersten Comics: April war damals eine Laborassistentin für Baxter Stockman. Im Film war sie als Kind im Laboratorium ihres Vaters, und hat dort die Turtles kennengelernt. Eine Szene aus dem ersten Film wird sogar im Reboot nachgestellt: Leonardo zerteilt eine Pizza in der Luft mit seinem Katana, alle Stücke landen auf den Tellern, bis auf eines, welches Splinter auf den Kopf fällt. Und natürlich darf Shredder sagen: „Tonight I dine of turtle soup“.

Back to the Shadows

Der Bay’sche Turtles war finanziell erfolgreich, sodass eine Fortsetzung produziert wurde. „Out of the Shadows“ liegt hierbei in jedweder Hinsicht hinter dem Vorgänger zurück, und ist einer der schlechtesten Turtles Filme-überhaupt. Erstmals kamen die beliebten Handlanger Bebop und Rocksteady vor, die wurden jedoch total verbraten. Diesmal ist Krang der Bösewicht. Und gleich in siener ersten Szene, in welcher er den Shredder aus dem Gefängnis befreit, liefert er ein Expositionsfeuerwerk, dass einem schlecht wird. Und Shredder tut den ganzen Film über nichts, genauso wie April.

Fazit: Schildkröten 4ever

Die Teenage Mutant Ninja Turtles haben unterschiedliche Inkarnationen hinter sich, und haben auch nicht vor, aufzuhören. Das Franchise feiert sogar seine Diversität, und setzt sich immer wieder mit multiversalen Crossovern auseinander. Und wer weiß, vielleicht bekommen wir auch mal wieder einen guten Turtles-Film.

Nächstes Mal freunden wir uns mit einer Spinne aus der Nachbarschaft an.

Schreibe einen Kommentar