Bernhard Revisiting Retold Stuff: Dracula 1931 – Horroktober #2

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Dracula-Filme gibt es wie Sand am Meer. Darum werden wir uns sicher öfter mit dem berühmtesten Vampir der Film-Geschichte befassen. Heute schauen wir uns aber die Anfänge an: 1931 kam die erste Ton-Version der Bram Stoker-Verfilmung heraus. Der Rumäne Bela Lugosi hauchte dem Untoten Grafen neues Leben ein, und ist für viele die definitive Verkörperung des Vampirs. Doch nicht das soll unser Fokus heute sein, sondern die spanische Version aus demselben Jahr.

¿Dónde está el castillo de Drácula?

Damals, 1931, war der Tonfilm noch eine Neuerung. Deswegen war Synchronisation noch ein Fremdwort bzw technisch nicht so ausgereift. Was also tun, um einen Film ins eigene Land zu bekommen? Man dreht ihn 1:1 in der eigenen Sprache nach. Die Filmcrews hatten Zugang zu denselben Sets mit demselben Drehbuch, meistens dieselben Requisiten und Kostüme, und drehten mit ihrem eigenen Cast in der Nacht, während die andere Version am Tag gedreht wurde. Und das brachte uns die spanische Version von Dracula 1931.

Was ist anders?

Zunächst einmal ist der Lugosi-Dracula, im Übrigen Auftakt zum allerersten Cinematic Universe überhaupt, nicht so nah am Originalbuch, sondern nahm sich einige Freiheiten. Die Spanische Version verfolgt dieselbe Handlung, hatte aber einfach mehr Production Value! Während in der amerikanischen Version hauptsächlich statische Kameraeinstellungen vorkommen, ist die Kamera hier weitaus beweglicher, wie z.B. in der Vorstellungsszene von Dracula. Die Filmcrew hatte aber auch den Vorteil, die „Dailies“ der amerikanischen Version vorab zu sehen. Immer, wenn Dracula aus seinem Sarg erwacht, ertönt auch Musik. Alles ist cineastischer. Es gibt mehr Gewalt, und auch mehr Sex-Appeal* in den Kostümen. Die Schauspieler sind fast ebenso gut wie die berühmteren amerikanischen Gegenstücke. Carlos Villarias gibt seinem Dracula seine eigene persönliche Note, auch wenn er Lugosi unterlegen ist, der viele Jahre Zeit hatte, zu Dracula zu werden. Der Film ist auch ein wenig länger, weil es zusätzliche Szenen gibt. So wird der Subplot rund um Lucy beendet.

Die spanische Version galt lange Zeit als verloren, bis eine Kopie in den 70ern entdeckt wurde. Beide Versionen sind gut, und haben Vor- und Nachteile. Auf jeden Fall sollten beide Versionen des Filmes gesehen und verglichen werden.

*Für damalige Verhältnisse.

Nächstes mal fragen wir uns, warum die dumme Sau so blass ist.



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