Bernhard Revisiting Retold Stuff: Batman – Verrückter Wagemut führt zu Box-Office Erfolg

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Vor 30 Jahren kam Tim Burtons „Batman“ heraus, der neues Leben in das Genre der Superheldenfilme einhauchte. Es war der Beginn einer vierteiligen Reihe. Batman dominierte die 90er Jahre. Es war der zweite Kinofilm und die dritte bzw. vierte Realversion des Dunklen Ritters. Ein kompletter Reboot der Figur.

Aus der Entwicklungshölle in den Shitstorm

Nach fast einer Dekade in der Entwicklungshölle engagierten Produzenten Jon Peters und Michael Uslan den jungen Tim Burton als Regisseur. Burton hatte bis dato nur zwei Kinofilme, Komödien, in seinem Repertoire. Zur Überraschung unzähliger Fans der Figur wurde Komödiant Michael Keaton als Bruce Wayne / Batman gecastet. Das führte zu einem enormen Shitstorm und einer Petition gegen das Casting, welches zahlreiche Unterschriften zusammenbrachte. Dies sollte übrigens nicht das letzte Mal sein, dass sich Fans über das Casting in einem Batman-Film aufregten. Keaton konnte sich letztendlich durch seine Performance beweisen und die Hater überzeugen.

Als Antagonist Joker war Jack Nicholson die perfekte Wahl. Burtons Faible für 50s Gothic Horror führte zum Casting von Michael Gough, der schon gegen Christopher Lees Dracula antrat, als Butler Alfred. Eine Casting-Wahl, die heutzutage für Kontroverse sorgen würde, damals anscheinend aber kaum einen berührt hatte, was Billy Dee Williams als Harvey Dent. Vermutlich war es sogar das erste Mal, dass ein Afroamerikaner die Rolle einer weißen Comicfigur spielte.

Holy Reboot, Batman

Die Befürchtung vieler Fans war, dass der Film so werde wie die TV-Serie aus den 60ern. Es gab auch eine Zeit, in der das durchaus angedacht war. Doch durch die immer düsterer gewordenen Comics in den 70ern und 80ern hat sich auch Warner für eine „ernstere“ Version entschieden. Vorbei war die Zeit der Unterhosen über den Strumpfhosen, dieser Held bevorzugte schwarzen Gummi! Gotham City ist nun eine zeitlose Metropole, in der immer Nacht herrscht. Auch wenn im Grunde nur eine Straße als Set gebaut wurde effektiv.

Gleich zu Beginn des Filmes wird eine junge Familie von zwei Straßengaunern überfallen. Auch wenn man meint, hier die Originstory von Batman zu sehen, wird man sogleich eines Besseren belehrt, denn der Mitternachtsdetektiv, noch als Mythos geltend, kümmert sich um die beiden Gangster, und offenbart sich mit den ikonischen Worten: „Ich bin Batman“. Da der Mord an den Waynes später erneut, und diesmal richtig, gezeigt wird, ist die Bedeutung dieser Anfangsszene klar: Batman ist der Beschützer und Rächer von Kindern und all denen, die sich nicht wehren können, um ihnen dasselbe Schicksal zu ersparen, das ihm widerfahren ist.

Jack ist tot. Nenn mich Joker

Es heißt oft, ein Film ist nur so gut wie sein Antagonist, und Jack Nicholsons „Joker“ ist sicherlich ein Highlight des Filmes . Während er dauernd Späße treibt und lacht, wie es sein Vorgänger Cesar Romero tat, so ist seine Inkarnation doch ein Psychopath. Nicholsons Version ist vor allem eines: Unberechenbar. Das spürt man vor allem bei seiner rechten Hand Bob the Goon. Der Joker bekommt in diesem Film nicht nur eine definitive Origin-Story, sondern auch einen Namen: Jack Napier. Dieser ist dann zudem auch noch der Mörder von Bruce Waynes Eltern, und somit für die Entstehung Batmans verantwortlich.

Die Joker-Werdung ist dann direkt aus Alan Moores „The Killing Joke“ übernommen: Napier fällt in Axis Chemicles in ein Becken mit Säure, die seine Haut bleicht und die Haare färbt. Während das in der Graphic Novel den namenlosen Komiker irre werden lässt, war Napier schon davor ein irrer Psychopath.Nur dass er jetzt darüber lachen kann.

Die 60er Jahre Serie gab dem Joker auch eine kurze Backstory, laut der er in seiner Jugend ein begabter Hypnotiseur war (und daher die Zeit manipulieren konnte). Übrigens war auch eine Robin-Origin-Szene geplant, in welcher der Joker die Graysons umbringt und Bruce Wayne auf einem Pferd reitet. Jedoch wurde das wieder fallengelassen.

Held oder verrückter Rächer?

Burtons Batman war auch die erste Batman-Version, in welcher die Motivation des Titelhelden zum Teil hinterfragt wurde. Ist sein Handeln gerechtfertigt? Oder ist er nur genauso verrückt wie der Joker? Der Diskussion sicher nicht dienlich ist die Tatsache, dass Batman eindeutig tötet. Allerdings tut er das in so gut wie jeder Filmversion.

Burtons Batman wurde auf jeden Fall ein massiver Hit, dem noch 3 Fortsetzungen folgten, nur eine wurde auch von Burton selbst gemacht. Der vierte Teil war dafür ein massiver Flop, von dem sich das Franchise mehrere Jahre nicht erholen konnte. Aber das ist Stoff für ein anderes Mal.

Nächstes Mal zücken wir die Controller.

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