Jeder hat Geheimnisse. Auch Lara Jean Song Covey, sechzehn Jahre alt, Highschool-Schülerin. Die romantisch veranlagte Teenagerin schreibt zwar gerne Liebesbriefe, schickt sie aber nie ab. Viel lieber versteckt sie sie und ihre Gefühle in einer Hutschachtel in ihrem Zimmer. Doch sie hat nicht mit ihrer kleinen Schwester Kitty gerechnet. Denn die ist der Meinung, dass Lara Jean endlich mal ein romantisches Abenteuer erleben soll, anstatt sich zum hundertsten Mal „Sixteen Candles“ im Fernsehen anzusehen. Wie ihr euch vorstellen könnt, wirft das Lara Jeans gemächlichen Alltag ganz schön aus der Bahn, denn ihre Briefe bleiben nicht unbeantwortet.

Peter Kavinsky, ein beliebter Junge an Lara Jeans Schule, ist zwar geschmeichelt, macht ihr aber während des Unterrichts sehr klar, dass er ihre Gefühle leider nicht erwidern kann. Wie peinlich! Lara Jean möchte am liebsten im Boden versinken. Und überhaupt ist sie eigentlich in Josh, den Exfreund ihrer älteren Schwester Margot, verliebt. Das bringt Peter auf eine Idee. Er schlägt Lara Jean vor, dass sie sich als verliebtes Paar ausgeben. Damit würden sie Josh sicherlich auf Lara Jean aufmerksam machen und Peter könnte so wiederum seine Exfreundin Genevieve eifersüchtig machen. Na, ob das gut geht? Denn Gelegenheit macht schließlich Liebe, oder? Was mit Peter und Lara Jean dann passiert, müsst ihr selbst herausfinden. Aber ich sage nur so viel: Manchmal ist es gar nicht so leicht, zwischen gespielten und echten Gefühlen zu unterscheiden.

Kenner unter euch sagen jetzt bestimmt: „Hallo! Das klingt wie jeder romantische Teenagerfilm, der jemals gedreht wurde.“ Klar, „To All the Boys I’ve Loved Before“ greift bekannte Erzählmuster auf und bedient sich an bestehenden Vorlagen wie „Can’t Buy Me Love“ und „Sixteen Candles“. Gleichzeitig versetzt er das Ganze aber in die heutige Zeit und gibt der Geschichte mehr Tiefe. Denn im Film geht es nicht immer nur um Liebe hin Liebe her. Lara Jeans Familiensituation, ihre verstorbene Mutter, ihre abwesende ältere Schwester und der alleinerziehende Vater spielen ebenso eine wichtige Rolle.

Aber auch noch sensiblere Themen wie beispielsweise Slutshaming werden behandelt. Als Peter und Lara Jean während eines Skiausflugs der Schule zusammen im Whirlpool sind, sich näherkommen und küssen, wird das heimlich gefilmt. Am nächsten Tag hat jeder Mitschüler das Video schon gesehen und es gibt viel Getuschel. Das Gerücht macht die Runde, die beiden hätten dort Sex gehabt, was für die eher schüchterne Lara Jean eine Katastrophe ist: Plötzlich steht sie im Zentrum der Aufmerksamkeit. Während Peter von den anderen Jungs beglückwünscht wird, sehen die Mädchen auf Lara Jean herunter, rümpfen die Nase und halten sie für eine Schlampe. Sogar Lara Jeans Vater erfährt von der Geschichte und zweifelt an ihr.

Ich finde es sehr gut, dass dieses Thema in der Popkultur aufgegriffen wird. Denn wie kann es sein, dass für Jungen und Mädchen was Sex betrifft mit zweierlei Maß gemessen wird? Jungs haben Sex und sind „Helden“, Mädchen haben Sex und sind „Huren“. Das ist etwas, was sich unbedingt ändern muss! Es bleibt die Hoffnung, dass sich etwas tut, wenn in der Kunst, Filmen und anderen Medien für Slutshaming sensibilisiert wird und die Auswirkungen angesprochen werden. Auch wenn das bei „To All the Boys I’ve Loved Before“ nicht das zentrale Thema ist.

Alles in allem: Ich mag „To All the Boys I’ve Loved Before“. Der Film holt die Teenager-Romanze in eine moderne Zeit, hat eine gut Story und lässt einen nicht los. Man möchte einfach unbedingt wissen, wie es nun mit Lara Jean und der Liebe weitergeht, ob Peter vielleicht doch der Eine ist und wie Josh sich letztendlich entscheidet. Gut, man könnte kritisieren, dass alles im Film vielleicht eine kleine Spur zu brav ist, aber ganz ehrlich: Solcher Filme brauchen wir eben auch. Wer nicht genug von Lara Jean und ihrem Liebesleben bekommen kann, hat Glück. Auf Netflix findet ihr nicht nur den Nachfolgefilm „P.S.: I Still Love You“, sondern jetzt auch noch den dritten Teil „To All the Boys: Always and Forever“. Ich denke, damit dürftet ihr für den nächsten romantischen Filmabend versorgt sein.

By Sophia

Sophia ist nicht nur Serienliebhaberin, sondern rennt auch immer sofort ins Kino, wenn der Geldbeutel es zulässt. Seit ihrer Kindheit sind Filme ein wichtiger Teil ihres Lebens und das hat sich bis heute nicht geändert. In ihrer Freizeit liest sie Bibliotheken leer und versucht der beste Pokémon-Trainer zu werden.

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