Let’s talk about sex! Alle haben es während der Sommerferien getan. Alle hatten Sex, nur Otis ist immer noch Jungfrau. Das wäre für ihn auch nicht so ein großes Problem, würde sein bester Freund Eric ihn nicht immer darauf hinweisen. Denn anders als seine Schulkameraden hat sich Otis mit dem Thema Sex noch nicht wirklich auseinandergesetzt. Zwar ist seine Mutter von Beruf Sextherapeutin – was Otis in der Schule vehement zu verschleiern versucht – aber trotzdem fühlt Otis sich noch nicht bereit für das alles.

Als er aber einem Mitschüler auf der Schultoilette einen hilfreichen Tipp in Bezug auf dessen Sexualleben gibt, spricht sich herum, dass Otis der absolute Spezialist wäre, wenn es um Sexfragen geht. Dabei schöpft er nur aus dem Wissensschatz seiner Mutter. Richtig kompliziert wird es, als Otis Mitschülerin Maeve die Idee hat, seine Ratschläge gegen Geld zu verkaufen und ehe sich Otis versieht, ist er der Sextherapeut der Schule – und dabei immer noch Jungfrau.

Während er und Maeve immer enger zusammen arbeiten, passiert, was passieren musste. Otis verliebt sich in Maeve, die hat aber nur Augen für Sportass Jackson, den sie heimlich trifft. Was für eine Dreiecksbeziehung! Während Otis also einerseits versucht seinen „Job“ als Sextherapeut der Schule zu meistern, heckt er gleichzeitig mit Kumpel Eric Pläne aus, um Maeve für sich zu gewinnen. Dass es dabei viel Herzschmerz gibt, könnt ihr euch sicher denken.

Warum trifft „Sex Education“ einen Nerv? Es liegt wohl vor allem daran, dass das Thema Sex zwar humorvoll, aber dennoch mit dem nötigen Ernst behandelt wird. Ich meine, was ist leichter und platter als ein 0815-Sexwitz? Aber „Sex Education“ schafft es wunderbar, die Waage zu halten. Auf diese Weise verliert das Thema Sex etwas von seiner Tabuisierung und es wird klar: Sex ist ein ganz normaler und wichtiger Bestandteil des Alltags, wie vieles andere auch. Und man muss darüber sprechen! Denn Sexprobleme einfach totzuschweigen, weil man über so etwas eben einfach nicht spricht, ist keine Lösung.

Außerdem macht „Sex Education“ ein wichtiges Problem der Gesellschaft klar, das Jugendliche immer wieder beschäftigt. Zwar sind wir in den Medien tagtäglich von Sex umgeben, denn wir wissen alle: Sex sells. Aber trotzdem sind viele gerade junge Menschen gar nicht aufgeklärt. Sie schämen sich, sich ins Detail mit dem Thema zu befassen und wissen deshalb oft selbst nicht, was sie überhaupt wollen. Das führt auch in „Sex Education“ nicht selten dazu, dass man halt einfach mal „mitmacht“, ohne einen blassen Schimmer zu haben – wie man auch schön an der Figur Aimee sieht.

Meiner Meinung nach ist Netflix‘ „Sex Education“ eine gelungene Serie über Sex und alles, was noch so dazu gehört. Sie ist weder peinlich, noch albern, sondern nachvollziehbar, lustig, augenzwinkernd und herzlich. Otis mag zwar nur eine Figur in einer Serie sein, aber seine Probleme und die seiner Mitschüler sind real und vielleicht hatte der eine oder andere unter euch auch irgendwann in seinem Leben schon einmal eine ähnliche Situation. „Sex Education“ ist ein Schritt in die richtige Richtung und man kann nur hoffen, dass Netflix uns noch mit ein paar Staffeln beschenkt. Bisher gibt es zwei Staffeln auf der Streamingplattform und die dritte ist schon unterwegs.

By Sophia

Sophia ist nicht nur Serienliebhaberin, sondern rennt auch immer sofort ins Kino, wenn der Geldbeutel es zulässt. Seit ihrer Kindheit sind Filme ein wichtiger Teil ihres Lebens und das hat sich bis heute nicht geändert. In ihrer Freizeit liest sie Bibliotheken leer und versucht der beste Pokémon-Trainer zu werden.

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