Dass Molly Ringwald in den 80er Jahren die Muse von Kult-Regisseur John Hughes war, ist kein Geheimnis. „Pretty in Pink“ von 1986 ist der dritte genreprägende Teenager-Film mit Ringwald in einer Hauptrolle aus der Feder des Regisseurs/Drehbuchautors. Bereits kurz nach den Dreharbeiten zu „Sixteen Candles“, ihrer ersten Zusammenarbeit, schrieb Hughes extra für Ringwald das Drehbuch zu „Pretty in Pink“. Er entwarf die Rolle der Andie Walsh nach Ringwalds Vorbild und stellte sich auch quer, nachdem das Filmstudio eine andere, bekanntere Schauspielerin in der Hauptrolle sehen wollte.

„Pretty in Pink“ ist ein typischer Teenager-Film, aus heutiger Sicht. Armes Freak-Mädchen verliebt sich in den reichen Schönling, es gibt ein großes Hin und Her, bis sie letztendlich doch vereint sind. Und dann ist da auch noch eine kleine Dreiecksbeziehung, war ja klar. Trotzdem hat „Pretty in Pink“ wie auch „Sixteen Candles“ und Co. das Genre des Teenager- bzw. Coming-of-Ages-Films stark beeinflusst und bis heute Spuren hinterlassen. In einem früheren Artikel habe ich mich stark über „Sixteen Candles“ ausgelassen. Ist „Pretty in Pink“ viel besser? Naja, ein bisschen. Denn, oje, es gibt auch so einiges in diesem Film, was man heute vielleicht anders inszenieren würde. Vor allem bestimmte Story-Elemente.

Die Geschichte: Andie ist sechzehn Jahre alt, besucht die Highschool und lebt mit ihrem Vater in der ärmeren Gegend der Stadt. Ihre Kleidung macht sie sich selbst oder besorgt sie aus einem Second-Hand-Laden, wofür sie in der Schule gerade von den reichen Kids schief angesehen wird. Doch eines Tages passiert es. Der reiche, aber schüchterne Blane aus der Clique der Beliebten wird auf Andie aufmerksam und beginnt sie zu umwerben. Bald treffen sich die beiden zu mehreren Dates, doch weder passt Andie zu Blanes Freunden, noch anders herum. Das stellt die Beziehung der zwei auf eine harte Probe. Wie wird sich Blane entscheiden?

Und dann ist da noch Duckie, wunderbar gespielt von Jon Cryer. Er ist Andies bester Freund aus Kindertagen und unsterblich in sie verliebt. Nur kann er es ihr nicht sagen. Als sie dann anfängt, sich mit Blane zu treffen, ist das für ihn ein Weltuntergang und er beginnt gegen Blane zu sticheln, was ihn fast die Freundschaft mit Andie kostet. Hier muss ich jetzt mal meinen Senf dazu geben. In einem Artikel über den Film habe ich gelesen, dass Andie in der ursprünglichen Version des Films von Blane fallengelassen wird und am Ende mit Duckie zusammenkommt. Doch kam dieses Ende beim Testpublikum so schlecht an, dass es sogar ausgebuht wurde. Darauf wurde das Ende umgeschrieben und Andie landete in den Armen von Blane.

Ganz toll Blane, dass du dich gegen deine (wirklich dummen) Freunde stellst und zu Andie stehst, nachdem du sie viele Male einfach echt mies behandelt hast. Nur, weil sie nicht in dein Milieu passt. Aber ehrlich, würde ein Typ so mit mir umgehen und mich immer wieder wegen seiner Freunde ignorieren, dann hätte ich ihm nicht so schnell verziehen. Und Duckie. Wenn Duckie nicht das perfekte Match für Andie ist, dann weiß ich auch nicht. Die beiden sind die besten Freunde, wissen alles voneinander, sind immer für den anderen da und verbringen fast die gesamte Freizeit zusammen. Wie kann er da auf einmal mit einer beliebigen Blondine enden? Macht für mich keinen Sinn. Schaut man den Film außerdem mit dem Hintergrundwissen, dass Andie und Duckie ein Paar hätten werden sollen, merkt man auch, dass nur das Ende geändert wurde und alle anderen Szenen der beiden auf das ursprüngliche Ende hindeuten.

Würde man den Film heute noch einmal drehen, wäre Blane wohl sehr bald Geschichte. Denn Mädchen von heute haben ein ganz anderes Selbstverständnis und warten nicht ewig auf einen Typen, der nie so recht weiß, was er eigentlich will und einen dann zugunsten seiner Freunde stehen lässt. Außer vielleicht Lara Jean aus „To All The Boys I’ve Loved Before“. Aber die leidet einfach gerne. Es wäre auch denkbar, dass Andie letztendlich gar keinen Lover braucht. Immerhin schneidert sie sich für den Abschlussball selbst ein außergewöhnliches Kleid, um allen zu sagen: „Scheiß drauf, ich bin, wer ich bin.“ Leider ist das im Amerika der 80er Jahre natürlich ein undenkbarer Plot. Also bin ich Team Duckie, wenn ihr mich fragt. Denn Blane, was ist das schon für ein Name. „Blane? His name is Blane? That’s a major appliance! It’s not an name!“

By Sophia

Sophia ist nicht nur Serienliebhaberin, sondern rennt auch immer sofort ins Kino, wenn der Geldbeutel es zulässt. Seit ihrer Kindheit sind Filme ein wichtiger Teil ihres Lebens und das hat sich bis heute nicht geändert. In ihrer Freizeit liest sie Bibliotheken leer und versucht der beste Pokémon-Trainer zu werden.

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