Kennt ihr Simon Spier und seine verrückte Liebesgeschichte an der Creakwood Highschool? Dann müsst ihr unbedingt auch Victor Salazar kennenlernen. Er ist erst vor kurzer Zeit aus Texas weggezogen und besucht nun die gleiche Schule, auf der Simon im Film „Love, Simon“ einst mit seinem Coming-Out für Furore gesorgt hat. Doch anders als Simon ist sich Victor noch gar nicht so sicher, was er überhaupt will und sucht deshalb virtuell Rat bei Simon, indem er ihm Nachrichten über eine Social Media Plattform schreibt. So wird Simon zu einer Art Guide durch Victors verwirrendes Highschool-Leben.

Ich liebe ihn, ich liebe ihn nicht

Schon am ersten Schultag passiert es und Victor zieht das Interesse der Schulschönheit Mia auf sich. Schnell kommen die zwei sich näher und werden auch ein Paar. Doch warum muss Victor immer an seinen Mitschüler Benji denken? Und selbst wenn er sich für ihn interessieren würde, ist Benji schon in festen Händen. Victor selbst ja eigentlich auch, oder? Alles gar nicht so einfach mit der Liebe. Mit Mia fühlt Victor sich wohl und kann alles mit ihr teilen, doch sobald er Benji sieht, ist da noch ein ganz anderes Gefühl, das er nicht einordnen kann.

Dann fängt Victor auch noch an, im gleichen Café wie Benji zu jobben und von da an verbringen sie ziemlich viel Zeit zusammen. Gleichzeitig wird es auch mit Mia ernster. Sie will mit Victor den nächsten Schritt gehen und mit ihm schlafen. Doch jedes Mal, wenn es so weit ist, merkt Victor, dass er das gar nicht möchte und flieht. Mia versteht die Welt nicht mehr und zweifelt an sich selbst. Als es dann noch einen verbotenen Kuss mit Benji auf einem Arbeitsausflug gibt, steht Victors Welt komplett Kopf. Er weiß, dass er endlich herausfinden muss, was er eigentlich will, ohne seine Mitmenschen dabei zu verletzen.

If you can’t love yourself how can you love somebody else?

„Love,Victor“ spielt zwar in der gleichen Welt wie „Love, Simon“, doch Victors Voraussetzungen sind ganz anders. Denn seine Familie ist sehr gläubig und nicht so aufgeschlossen wie Simons. Weshalb er sich vermutlich auch so lange nicht selbst eingestehen kann, dass er Benji liebt. Doch das Tolle an Victor ist, dass er trotz aller Konventionen und dem ganzen Chaos um ihn herum letztendlich das Richtige tut und sich für die Menschen in seiner Umgebung einsetzt. Mir gefällt dieser Mut und seine Aufrichtigkeit.

Die beste Folge ist meiner Meinung nach die, in der Victor Simon in New York besucht. Dort verpasst er ihn zwar zunächst, trifft aber seinen festen Freund Bram und den bunten Haufen Mitbewohner der zwei. Auch wenn Victor sich zuerst nicht so wohl fühlt, beginnt er bald, sich zu öffnen und den anderen anzuvertrauen. Durch ihre unterschiedlichen Geschichten lernt er, dass es nicht nur eine Art gibt, schwul zu sein – wie beispielsweise die Klischees, die er aus dem Fernsehen kennt. Sie machen ihm klar, dass er seinen eigenen Weg finden muss, seine Sexualität zu akzeptieren und sie nach außen zu tragen. Und, dass es dabei keine falsche Art gibt.

Eine Serie zum Verlieben

„Love, Victor“ ist auch deshalb eine gute Serie, weil die Nebencharaktere so wunderbar gestaltet sind. Sowohl Victors Eltern, als auch seine Schwester oder sein bester Freund Felix haben ganz eigene Geschichten, die spannend und nahbar inszeniert werden, so dass man bald nicht mehr nur mit Victor mitfiebert, sondern auch mit ihnen. Von mir gibt es einen klaren Daumen hoch für die Serie und eine absolute Empfehlung für alle Fans von Coming-of-Age Serien.

By Sophia

Sophia ist nicht nur Serienliebhaberin, sondern rennt auch immer sofort ins Kino, wenn der Geldbeutel es zulässt. Seit ihrer Kindheit sind Filme ein wichtiger Teil ihres Lebens und das hat sich bis heute nicht geändert. In ihrer Freizeit liest sie Bibliotheken leer und versucht der beste Pokémon-Trainer zu werden.

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