Simon Spier hat ein Geheimnis. Er liebt Jungs schon seit er denken kann. Doch erzählt hat er bisher niemandem davon. Nicht seinen Eltern, nicht seiner Schwester und auch nicht seinen besten Freunden. Erst nach dem Highschool-Abschluss soll sich das ändern, aber bis dahin muss er weiter den Geheimnishüter spielen. Und das bringt ihn schneller als erwartet in eine brenzlige Situation.

Simon Spier ist siebzehn Jahre alt und besucht die Creekwood Highschool in Atlanta. Mit seinen drei besten Freunden Leah, Nick und Abby verbringt er beinahe jeden Tag Zeit und alles in allem scheint sein Leben in ganz normalen Bahnen zu verlaufen. Wäre da nicht der Umstand, dass er jeden Tag eine Maske aufsetzen muss, da er sich seinen Freunden und der Familie nicht komplett offenbaren kann. Denn Simon ist schwul, sieht aber, dass das an seiner Schule nicht wirklich akzeptiert wird und hüllt sich deshalb in Schweigen. Bis er Blue trifft.

Auf der schuleigenen Onlineplattform „Creeksecrets“ gibt sich ein Junge unter dem Pseudonym Blue als homosexuell zu erkennen und Simon nimmt unter dem Namen Jaques mit ihm Kontakt auf. Sie schreiben sich immer öfter und Simon fühlt sich von Blue wie von keinem anderen verstanden. Simon möchte ihre Freundschaft auf das nächste Level heben und versucht herauszufinden, welcher Mitschüler sich hinter Blue verstecken könnte. Doch die Hinweise sind nie ganz eindeutig,

Als er eines Tages am Computer der Schulbücherei Blue eine Nachricht schickt, vergisst Simon, sich danach auszuloggen und so passiert es. Sein Mitschüler Martin liest die Nachrichten und kennt nun Simons Geheimnis. Martin beginnt, ihn damit zu erpressen und zwingt Simon, ihn mit seiner Freundin Abby zu verkuppeln. Das passt Simon gar nicht, aber was hat er für eine Wahl? Obwohl er weiß, dass Abby und Nick etwas füreinander empfinden, versucht er immer wieder, Martin ins Spiel zu bringen und hält seine beiden Freunde voneinander fern. Wie das wohl ausgeht?

„Love, Simon“ ist ein schön gemachter Film, der die Zuschauer einlädt, sich einmal in Simons Fußstapfen zu begeben. Schnell fiebert man mit ihm mit, möchte Blues Identität enthüllen und den hinterhältigen Martin am liebsten auf den Mond schießen. Ganz wunderbar hinterfragt der Film auch einmal die Klischees der Gesellschaft über schwule Männer durch die Figur Ethan oder Simons Broadway-Tanz-Sequenz, als er über seine Zukunft am College als offen schwuler Mann fantasiert. Aber eine der besten Szenen ist wohl Simons Vorstellung wie es wäre, wenn seine heterosexuellen Mitschüler sich vor ihren Eltern outen müssten – eine urkomische Szene, die aber auch zum Nachdenken anregt.

Eine Sache, die mich sehr am Film gestört hat, ist die Reaktion von Simons Freunden auf sein Coming-Out, beziehungsweise auf seinen Deal mit Martin. Anstatt, dass sie ihm nun in dieser schweren Zeit zur Seite stehen, sind sie sauer auf ihn. Sie sehen es so: Er hat ihnen nicht genug vertraut und wollte stattdessen lieber seine eigene Haut retten. Aber kann man ihm das verdenken? Immerhin ist seine Situation nicht ohne und er sollte selbst entscheiden, wie und wann er sein Coming-Out hat. Nun schneiden seine Freunde ihn und entschuldigen sich später auch nicht für ihr Verhalten. Simon muss Größe zeigen und selbst auf sie zugehen – wahre Freundschaft sieht für mich anders aus.

Insgesamt ist „Love, Simon“ ein guter Film, der die Geschichte eines Jugendlichen und seines Coming-Out einfühlsam und nachvollziehbar erzählt. Auch so, dass es etwas jüngere Zuschauer verstehen können. Dennoch ist der Film sehr glattgebügelt. Simon stammt aus einer gutbetuchten, weißen Familie und stößt beinahe sofort auf Akzeptanz. Das ist schön und wichtig, entspricht aber leider nicht immer der Realität. Dennoch ist der Film ein wichtiger Schritt dazu, jungen (und auch nicht mehr ganz so jungen) Menschen klar zu machen: Es ist gut wie du bist und Liebe kennt keine Grenzen.

Wer nicht genug von „Love, Simon“ bekommen kann, hat Glück. Seit Februar 2021 gibt es auf Disney Plus die Serie „Love, Victor“, die im gleichen Universum wie der Film spielt, nur mit neuen Protagonisten. Ich selbst habe die Serie zwar noch nicht gesehen, aber der Trailer wirkt vielversprechend und sie ist schon auf meiner Watchlist gespeichert.

By Sophia

Sophia ist nicht nur Serienliebhaberin, sondern rennt auch immer sofort ins Kino, wenn der Geldbeutel es zulässt. Seit ihrer Kindheit sind Filme ein wichtiger Teil ihres Lebens und das hat sich bis heute nicht geändert. In ihrer Freizeit liest sie Bibliotheken leer und versucht der beste Pokémon-Trainer zu werden.

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