Okay, ganz ehrlich: Bei diesem Titel konnte ich einfach nicht widerstehen. Ich liebe umständliche, viel zu lange Titel und bin heute noch traurig, dass die Titel der neuen Fall Out Boy Songs in eine einzige Zeile passen. Als der Disney Channel Original Movie „Highschool Musical“ 2006 veröffentlicht wurde, brach er eine regelrechte Fanwelle los, die dem Franchise noch zwei Fortsetzungen bescherte. Troy und Gabriella wurden zum fiktiven Traumpaar schlechthin und Schultheaterkurse konnten sich vor neuen Anwärtern kaum retten. Ich muss gestehen, dass ich damals nicht auf dem Hype-Train mitgefahren bin. „Camp Rock“ von 2008 war da schon eher mein Ding, auch wenn es das gleiche in grün ist.

Fast fünfzehn Jahre später entschloss sich nun der Mäusekonzern, die Musicalmanie wiederaufleben zu lassen und für den Launch seines neuen Streamingdienstes Disney Plus eine Serie basierend auf „Highscool Musical“ zu produzieren – mit einem ellenlangen Titel. Normalerweise hätte ich mir das nie angesehen, aber wie es der Zufall wollte, strahlte der Disney Channel die ersten Folgen kostenlos aus und ich ließ sie während des Essens nebenbei laufen. Und auf unglaubliche Weise hat es mir tatsächlich sehr gut gefallen. Warum das so ist, möchte ich euch hier verraten.

Go, Wildcats!

Worum geht es? Die East High, die vor Jahren als Kulisse der drei Teile von „Highschool Musical“ diente, bekommt eine neue Theaterlehrerin: die geheimnisvolle Miss Jenn. Sie selbst startete damals ihre Karriere als Backgroundtänzerin im ersten Teil der Trilogie und möchte das Erbe nun an der Schule weiterführen. Mit ihrem Kurs will sie das Disney Musical auf die Bühne bringen und macht prompt ein Casting dafür. Schnell sind die Hauptrollen gefunden, aber Miss Jenn hat ihren eigenen Kopf und besetzt sie ganz anders, als die Schüler zunächst denken. Da ist Drama natürlich vorprogrammiert. Schaffen die neuen Wildcats es trotz allem, das Musical durchzuziehen und das Publikum zu begeistern? Das müsst ihr selbst herausfinden.

Diversity: Ja oder nein?

Während es nicht nur Drama auf der Bühne gibt, ist auch hinter den Kulissen eine Menge los. Im Fokus der Handlung stehen dabei Skater Ricky (im Stück Troy), die schüchterne Nini (im Stück Gabriella), der Schönling E. J. (im Stück Chad) und die ehrgeizige Gina (im Stück Taylor). Im Verlauf der Serie treten auch noch die Nebencharaktere Big Red, Ashlyn und Kourtney auf, die die Truppe komplett machen. Dazu noch Choreograph Carlos und der süße Seb, der im Musical niemand anderen als Ashley Tisdales Sharpay spielen darf. Ich persönlich finde es toll, dass sie sich dazu entschieden haben, Sharpay von einem Jungen spielen zu lassen. Doch leider drängt sich mir oft das Gefühl auf, Disney tut hier nur auf divers, um Kritikern zu gefallen und nicht aus Überzeugung.

Klauen von den Großen

Was mir besonders gut an „Highschool Musical: Das Musical: Die Serie“ gefällt, sind die Mockumentary-Elemente. Immer wieder werden die Hauptfiguren von einer unsichtbaren Person zum Fortgang der Musical-Proben interviewt und geben dort noch einmal extra Einblicke in ihre Gefühle, Gedankenwelt, Geheimnisse und Entscheidungen. Ein erfrischender Ansatz für eine Disney-Serie, auch wenn das sehr von der Sitcom „Modern Family“ geklaut ist.

Neuauflage mit Herz

„Highschool Musical: Das Musical: Die Serie“ ist zwar immer noch eine sehr heile Friede-Freude-Eierkuchen-Disney-Serie, deshalb aber noch lange nicht schlecht. Es ist wichtig, als Zuschauer im Hinterkopf zu behalten, dass hier ein ganz bestimmtes, ideales Bild von Jugendlichen entworfen wird, das so nicht überall zu finden ist oder gar die Norm. Die Probleme sind oberflächlich und oft schnell gelöst, trotzdem hat die Serie ihre Daseinsberechtigung. Denn sie macht viel Spaß, lädt zum Zurücklehnen und Träumen ein und zeigt, wie eine Truppe aus Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zu einer ganz eigenen Familie zusammenwachsen kann. Auf Disney Plus sind bisher zwei Staffeln mit insgesamt 22 Folgen erschienen und eine dritte Staffel wurde schon angekündigt. Was die Wildcats da wohl erwartet?

By Sophia

Sophia ist nicht nur Serienliebhaberin, sondern rennt auch immer sofort ins Kino, wenn der Geldbeutel es zulässt. Seit ihrer Kindheit sind Filme ein wichtiger Teil ihres Lebens und das hat sich bis heute nicht geändert. In ihrer Freizeit liest sie Bibliotheken leer und versucht der beste Pokémon-Trainer zu werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.