Ihr wollt eine so richtig toxische Beziehung sehen? Eine, von der man sagen möchte: „Mädchen, von diesem Typen hättest du dich wirklich fernhalten sollen.“ Dann schaut euch unbedingt „Heathers“ aus dem Jahr 1988 an. Denn was die schüchterne Veronica und der verrückte Jason Dean (oder auch J. D.) da abziehen, kann nicht gesund sein. Weder psychisch noch körperlich. Aber ich greife vor. 1988 war „Heathers“ das Regiedebüt von Michael Lehmann und mit seiner sehr schwarzen Komödie präsentierte er den Zuschauern eine Highschool-Geschichte, bei der es tatsächlich einmal ums nackte Überleben geht.

Die Westerburg High ist eine typische amerikanische Highschool und wird von einer vierköpfigen Clique kontrolliert, die unter dem Namen „Die Heathers“ bekannt ist. Und das hat einen einfachen Grund, denn sie heißen alle Heather. Ok, nein. Drei von ihnen heißen Heather und die vierte im Bunde ist die zurückhaltende Veronica, die in der Gruppe beliebter Mädchen irgendwie fehl am Platz scheint. Während ihre drei Freundinnen die unbeliebteren Schüler der Highschool quälen, findet sie das falsch und möchte am liebsten etwas unternehmen. Doch sie traut sich nicht.

Erst als der attraktive J. D. auf den Plan tritt, nehmen die Dinge ihren Lauf. Er überzeugt Veronica davon, den Heathers eins auszuwischen und sie ihre eigene Medizin kosten zu lassen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ohne Veronicas Wissen mixt J. D. ein tödliches Gebräu zusammen, das sie der Anführerin der Heathers als vermeintliches Mittel gegen einen Kater zu trinken gibt. Während Veronica denkt, dass es sich nur um Abführmittel handelt, vergiftet sie Heather tatsächlich und nun heißt es, kreativ werden. Sie fälscht einen Abschiedsbrief, der Heathers Tod wie Selbstmord aussehen lässt und verschwindet mit J. D. vom Tatort.

Klingt verrückt? Aber es wird noch abgefahrener. Denn nach diesem Vorfall werden die Dinge schlimmer und J. D. überredet Veronica zu immer brutaleren Taten. Ich will nicht zu viel verraten, aber Heathers gefälschter Selbstmord bleibt nicht der einzige. Mit der Zeit wird J. D. immer gewalttätiger und nur Veronica kann ihn noch aufhalten. Aber wie will sie das anstellen? Das müsst ihr selber sehen. Doch so viel: eine Bombe ist mit im Spiel.

Auch wenn das alles erst einmal ziemlich krass klingt, handelt es sich bei „Heathers“ nicht wirklich um einen Thriller. Vielmehr ist der Film eine sehr schwarze Komödie, die uns zeigt, dass die Highschool ein Ort mit eigenen Regeln ist, an dem bestimmte Machtstrukturen vorherrschen. Veronica und J. D. versuchen diese zu durchbrechen, doch die Dinge laufen sehr schnell aus dem Ruder. Gewalt ist eben doch keine Lösung. Oder sollte es zumindest nicht sein. Und die Moral von der Geschichte: Seid lieb zueinander, sonst knallt’s (oder so ähnlich).

Ich finde „Heathers“ deshalb so toll, weil es vor ihm keinen vergleichbaren Highschool-Film gab. Er hat mich ständig überrascht und mit seinen teilweise übertriebenen Wendungen echt vom Hocker gehauen. Nicht umsonst ist er in der Liste der 101 Filme, die man gesehen haben sollte. „Heathers“ ist eine gelungene satirische Darstellung der amerikanischen Highschool-Hölle, die eskaliert, aber auch ein zwei nette Ratschläge mit auf den Weg gibt. Tausche z. B. niemals echte Freundschaft gegen Beliebtheit. Zumindest seit „Mean Girls“ sollten wir das aber alle wissen, oder?

By Sophia

Sophia ist nicht nur Serienliebhaberin, sondern rennt auch immer sofort ins Kino, wenn der Geldbeutel es zulässt. Seit ihrer Kindheit sind Filme ein wichtiger Teil ihres Lebens und das hat sich bis heute nicht geändert. In ihrer Freizeit liest sie Bibliotheken leer und versucht der beste Pokémon-Trainer zu werden.

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