Teenager sind wie wilde Tiere. Wenn sie Schwäche wittern, fahren sie ihre Krallen aus und schlagen erbarmungslos zu. Mitgefühl, Fehlanzeige. Survival of the Fittest, baby! Das muss auch Cady lernen, als sie nach vielen Jahren behüteten Heimunterrichts endlich doch eine öffentliche Highschool in Amerika besuchen darf. 16 Jahre lang lebte sie mit ihren Eltern, die von Beruf Zoologen sind, in Afrika und der Kulturschock ist für sie riesig. Als sie das Verhalten der Schüler in der Highschool mit Wildtieren an einem Wasserloch vergleicht, muss man mit einem Grinsen feststellen: Es stimmt! Es gibt fest eingeteilte Gruppen bzw. Cliquen und die klare Unterteilung in Schwache und Starke.

Doch wem wird sich Cady anschließen? So richtig, weiß sie das eigentlich selber nicht und freut sich, als der offen homosexuelle Damian und die kunstbegeisterte Janis sich ihrer annehmen. Sie zeigen ihr die Schule, weihen sie in die Gepflogenheiten des Highschool-Alltags ein und helfen ihr durch die Anfangszeit. Aber auf einmal wird eine andere Gruppe auf Cady aufmerksam. Denn die schüchterne Neue hat wegen ihrer Vergangenheit in Afrika einen Exotenbonus und ist ziemlich interessant. Regina George, die Bienenkönigin der Schule, möchte Cady in ihre Clique eingliedern: die Plastics.

Das sind nicht nur die drei schönsten Mädchen der Schule, sondern auch die beliebtesten und fiesesten. Und da Janis noch eine Rechnung mit Regina offen hat, möchte sie deren Interesse für Cady nutzen und sich rächen. Cady soll Regina und ihr Gefolge ausspionieren, damit Janis die Informationen gegen sie benutzen und an ihrem Beliebtheits-Status sägen kann. Cady wird zu einer Fake-Plastic, beginnt sich zu schminken, Gerüchte zu verbreiten, sich modisch anzuziehen und mittwochs Pink zu tragen. Ganz wichtig! Doch je länger sie mit den Plastics abhängt, desto mehr wird sie tatsächlich zu einer von ihnen. So sehr, dass sie am Ende Regina beinahe Konkurrenz im Fies-Sein macht. Das kommt bei Janis und Damian gar nicht gut an und die Freundschaft droht zu kippen.

Als Regina herausfindet, dass Cady sie die ganze Zeit nur belogen hat, kommt das legendäre „Burn Book“ ins Spiel. Darin schreiben Regina und Co. die allerschlimmsten Gerüchte über die Schüler und Lehrer der Highschool hinein. Bisher hat es noch niemand zu sehen bekommen, aber das soll sich ändern. Regina fertigt Kopien der Seiten an, beschuldigt Cady sie geschrieben zu haben und verteilt alles in den Gängen der Schule. Als die Schüler die Kopien finden, bricht die Hölle los, Freunde werden zu Feinden, es gibt Schlägereien und hemmungslose Weinkrämpfe. Ein echtes Chaos. Da hilft nur eiskaltes Wasser. Die Mathelehrerin Mrs. Norbury betätigt die Sprinkleranlage und kühlt die Gemüter der Schüler tüchtig ab. Und dann sind erst einmal ein paar ernste Gespräche angesagt.

„Girls Club“ schafft er hervorragend das amerikanische Highschool-Leben der frühen 2000er abzubilden. Oder soll ich lieber sagen, der modernen Gesellschaft. Lug, Trug, Manipulation und Angst beherrschen das alltägliche Leben und das Miteinander ist nur selten friedlich. Man möchte fast den Glaube verlieren. Ist der Mensch wirklich so schlecht? Denn das, was sich einige Schüler hier gegenseitig an den Kopf schmeißen, ist alles andere als nett. Doch was wäre das denn für ein Film. Zumindest keiner, der das Mainstream-Publikum begeistert. Letzten Endes lernen die Schüler, dass miteinander statt übereinander reden vielleicht doch manchmal einfach besser ist.

Mittlerweile ist „Girls Club“ aus der Feder von Comedian Tina Fey ein echter Teenie-Film-Klassiker geworden und fast jeder Millenial kennt mindestens ein Zitat aus dem Streifen. Zurecht, wie ich finde, denn er ist zwar nichts anderes als seichtes Popcorn-Kino, aber mit einem unverwechselbaren Blick auf das amerikanische Teenager-Leben und die Highschool-Hölle. Und wer wollte nicht schon immer einmal das beliebteste Mädchen der Schule stürzen? Hauptsache, man verliert dabei nicht seine wahren Freunde aus dem Blick und erinnert sich daran, was tatsächlich wichtig ist: Ehrlichkeit und eine gehörige Portion Selbstreflexion.

By Sophia

Sophia ist nicht nur Serienliebhaberin, sondern rennt auch immer sofort ins Kino, wenn der Geldbeutel es zulässt. Seit ihrer Kindheit sind Filme ein wichtiger Teil ihres Lebens und das hat sich bis heute nicht geändert. In ihrer Freizeit liest sie Bibliotheken leer und versucht der beste Pokémon-Trainer zu werden.

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