Kann ein Kleidungsstück wirklich euer Leben verändern? Oh ja, das kann es. Zumindest wenn man den vier besten Freundinnen Carmen, Lena, Tibby und Bridget glauben darf. Denn für diese vier hat eine einzige Jeanshose alles verändert – oder zumindest denken sie das. Wie das funktioniert? Ich erzähle es euch hier.

Schon seit sie denken können, sind Carmen, Lena, Tibby und Bridget die besten Freundinnen. Bereits ihre Mütter hatten zusammen den gleichen Schwangerschafts-Vorbereitungskurs besucht und sie sind alle kurz nacheinander geboren. In guten wie in schlechten Zeiten haben sie immer zusammengehalten und waren füreinander da – auch, als Bridgets Mutter sich das Leben nahm. Eigentlich verbringen sie immer jede freie Minuten miteinander, doch diesen Sommer ist alles anders: Jede von ihnen hat zum ersten Mal eigene Pläne und sie gehen getrennte Wege.

Doch bevor jede in ihr ganz eigenes Abenteuer startet, gehen sie noch einmal in einem Second-Hand-Laden zusammen shoppen. Und dort passiert es: Sie finden eine Jeans, die auf magische Weise jeder von ihnen passt. Dabei haben sie wirklich absolut unterschiedliche Körpermaße. Carmen beschließt, dass sie die Hose als Glücksbringer kaufen und in den Urlaub mitnehmen. Lena darf anfangen, die Hose eine Woche behalten und muss sie dann an das nächste Mädchen schicken. Dazu soll sie einen Brief darüber schreiben, was ihr passiert ist, als sie die Hose anhatte. So bleiben die Freundinnen verbunden, auch wenn sie sich an unterschiedlichen Orten befinden.

Wohin verschlägt es die Mädchen also? Lena fliegt nach Griechenland, um dort ihre Familie zu besuchen und ihre Wurzeln kennenzulernen. Bridget dagegen fährt in ein Fußball-Camp in Mexiko, um dem Alleinsein mit ihrem Vater zu entgehen. Carmen besucht ihren Vater, der getrennt von ihrer Mutter lebt, in seinem neuen Zuhause. Und Tibby bleibt in der Heimat, um endlich ihren lang geplanten Dokumentarfilm zu drehen. Dabei erlebt jedes Mädchen ihre ganz eigene Geschichte. Sie lachen, lieben, weinen, verzweifeln und wachsen dabei über sich selbst hinaus. Erwachsenwerden ist eben nicht einfach.

Ich will euch jetzt nicht jedes Ferienerlebnis der Mädchen einzeln bis ins Detail nacherzählen – dazu müsst ihr schon den Film sehen. Aber ich erzähle euch, was meine liebsten Teile des Films sind. Für mich waren Tibbys und Carmens Sommer die Highlights des Films. Carmen wird in ihrem Urlaub mit der neuen, sehr weißen Familie ihres Vaters konfrontiert, kann sich kaum einleben und erfährt immer wieder latent rassistische Behandlung aufgrund ihres lateinamerikanischen Hintergrunds. Erst als sie es schafft, ihrem Vater die Meinung zu sagen, ändert sich endlich etwas in ihrer Beziehung zueinander.

Während alle anderen ein großes Abenteuer erleben muss Tibby Regale in einem Supermarkt einräumen, um ihren Dokumentarfilm zu finanzieren. In dieser Zeit lernt sie das kleine Mädchen Bailey kennen, als sie ihr erste Hilfe leistet. Von da an klebt Bailey wie eine Klette an ihr und möchte unbedingt bei dem Film mithelfen. Obwohl Tibby zuerst sehr abweisend ist, entdeckt sie bald Baileys Talent im Umgang mit Menschen und lernt sogar das eine oder andere von ihr. Davon kann der Dokumentarfilm nur profitieren. Doch dann muss Bailey ins Krankenhaus und Tibby erfährt, dass ihre neue Freundin Leukämie hat. Nun ist es an Tibby, für Bailey da zu sein, auch wenn es sie Überwindung kostet, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen.

Natürlich muss man sagen, dass der Film nur so vor 2000er Feeling strotzt, seien es die Frisuren, die Klamotten oder der Lifestyle. Das erklärt auch, warum „Eine für vier“ manchmal in den Kitsch abgleitet, immerhin war er damals für ein breites Mainstream-Publikum gedacht. Auch kratzen bestimmte Story-Elemente nur an der Oberfläche. Lenas Liebesgeschichte in Griechenland hätte für meinen Geschmack etwas weniger klischeehaft ausfallen können – Romeo und Julia wollen ihr Stück zurück! Und auch Bridgets Story kommt zu kurz und verliert sich im Flirten mit dem hübschen Fußballcoach. Nur manchmal schimmert ihr innerer Kampf durch und man kann nur erahnen, was sie nach dem Tod ihrer Mutter durchmacht.

Alles in allem ist „Eine für vier“ ein guter Film, der mit seinen sehr unterschiedlichen Protagonistinnen bestimmt für beinahe jeden eine passende Identifikationsfigur liefert. Er versuchte in einer Zeit des oberflächlichen Teeniefilms dem Genre etwas mehr Tiefe zu geben und schafft das auch streckenweise. Für mich persönlich hat er viel nostalgischen Wert und ich werde ihn mir bestimmt von Zeit zu Zeit wieder einmal ansehen. Wenn ihr noch mehr über Carmen, Lena, Tibby und Bridget wissen wollt, könnt ihr gerne die Romanvorlage von Autorin Ann Brashares lesen. Die Reihe umfasst vier Bücher mit jeder Menge Lesestoff über Freundschaft und alles, was dazugehört.

By Sophia

Sophia ist nicht nur Serienliebhaberin, sondern rennt auch immer sofort ins Kino, wenn der Geldbeutel es zulässt. Seit ihrer Kindheit sind Filme ein wichtiger Teil ihres Lebens und das hat sich bis heute nicht geändert. In ihrer Freizeit liest sie Bibliotheken leer und versucht der beste Pokémon-Trainer zu werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.