Heute wird es traurig. Jeder, der den Film oder das Buch kennt, weiß, wovon ich rede. „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ basiert auf dem gleichnamigen, sehr erfolgreichen Buch des bekannten Jugendbuchautors John Green und ist eine etwas andere Liebesgeschichte. Der Film hätte auf so viele Weisen schief gehen können. Er hätte über die Maße kitschig, platt und ignorant werden können, aber Josh Boone hat definitiv einen guten Job gemacht. Er packt ein heikles Thema mit dem nötigen Fingerspitzengefühl an und erzählt dem Kinopublikum eine Geschichte, wie sie trotz schwierigem Inhalt nicht lebensbejahender hätte sein können.

Hazel wird sterben. Schon seit ihrer Kindheit hat sie Schilddrüsenkrebs und wohin sie auch geht, muss sie eine Sauerstoffflasche zur Beatmung in einem Wagen hinter sich herziehen. Sie ist sehr zynisch, lässt niemanden so richtig an sich heran und verbringt die meiste Zeit vor dem Fernseher. Damit die 16-Jährige mit anderen Teenagern in ihrer Situation in Kontakt kommt, melden ihre Eltern sie zu einer Selbsthilfegruppe an. Hazel hat nicht viel für diese Treffen übrig, bis sie dort Augustus kennenlernt. Trotz seiner Erkrankung ist er immer gut gelaunt, lacht viel und flirtet offensiv mit ihr. Obwohl er sie zuerst irritiert, freunden sie sich allmählich an und mit der Zeit entsteht mehr zwischen ihnen. Natürlich passiert noch viel mehr, aber ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen.

Wer den Film nun als 0815-Teendrama abstempelt, ist auf dem Holzweg. Denn Josh Boone zeigt in „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ nicht einfach nur zwei Jugendliche, die aufgrund tragischer Umstände niemals ganz zusammen sein können und reitet endlos auf diesem Fakt herum. Vielmehr zeigt er zwei Menschen, die ihre ausweglose Situation akzeptiert haben, sich aber dennoch nicht entmutigen lassen, ihr Leben zu leben. Und für eine kurze Zeit auch gemeinsam. Shailene Woodley als Hazel und Ansel Elgort als Augustus porträtieren die zwei Hauptcharaktere einfach großartig und auch sehr real. Nichts wirkt aufgesetzt und sie schaffen es, dass man sich als Zuschauer gut in die Lage der Figuren einfühlen kann. Ja, das Leben kann wirklich ein Arschloch sein. Trotzdem darf man sich nicht vom Krebs das Leben diktieren lassen.

Natürlich lässt sich das so einfach sagen da oben auf der großen Kinoleinwand. Dennoch ist „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ein Film, der Hoffnung schenkt und trotzdem nicht den Bezug zur Realität verliert. Denn auch Augustus ist nicht unverwundbar, obwohl man das im Verlauf des Films beinahe zu glauben beginnt. Er ist so optimistisch, dass man ganz vergisst, dass er eigentlich schwer krank ist. Als der Krebs sich wieder regt und es ihm immer schlechter geht, muss Hazel diejenige sein, die stark ist. Mich persönlich hat besonders die Szene betroffen, als Augustus in seinem schlechten Zustand zur Tankstelle fährt, um etwas zu kaufen, dort im Wagen kollabiert und erkennt, dass er den Krebs nicht einfach weglächeln kann. Hazel kommt ihm zu Hilfe, versucht ihn zu beruhigen und ruft den Notarzt, während er nicht aufhören kann zu weinen.

„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist ein sensibler Film, der trotz des drohenden Todes, der über der Handlung schwebt, sehr positiv ist. Er zeigt, dass ein Leben mit Krankheit möglich ist, dass Liebe möglich ist. Krebs wird im Film nicht heruntergespielt oder auf krude Weise heroisiert, sondern als das gezeigt, was er ist: eine große Scheiße. Dennoch versuchen die Figuren, ihr Leben zu leben und zusammen ihren Weg durch den ganzen Mist zu finden. Meiner Meinung nach ein sehr berührender Film, der einen lehrt, jeden Tag mit den Menschen, die man liebt, zu schätzen.

By Sophia

Sophia ist nicht nur Serienliebhaberin, sondern rennt auch immer sofort ins Kino, wenn der Geldbeutel es zulässt. Seit ihrer Kindheit sind Filme ein wichtiger Teil ihres Lebens und das hat sich bis heute nicht geändert. In ihrer Freizeit liest sie Bibliotheken leer und versucht der beste Pokémon-Trainer zu werden.

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